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Proteste in Amerika : Tanklaster fährt in Menschenmenge – Fahrer verprügelt

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Der unbewaffnete Floyd war am Montagabend nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Einer von vier beteiligten Beamten drückte dem 46-Jährigen minutenlang sein Knie in den Nacken. Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Bei den Protesten in Washington und anderen Städten trugen Demonstranten Schilder mit „Ich kann nicht atmen“.

Bereits in den vergangenen Nächten war es bei Protesten in zahlreichen Städten zur Gewalt gekommen - von New York an der Ostküste bis Los Angeles an der Westküste. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden Hunderte Menschen festgenommen. Alleine in Los Angeles meldeten die Sicherheitskräfte am Sonntag rund 400 Festnahmen, in Chicago mehr als 200.

Nach den Ausschreitungen rief Trump demokratische Bürgermeister und Gouverneure zum Durchgreifen auf. „Legen Sie eine härtere Gangart ein“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. „Diese Menschen sind Anarchisten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde. Die Welt schaut zu und lacht Sie und den Schläfrigen Joe aus.“ Der Republikaner Trump verunglimpft seinen voraussichtlichen Herausforderer bei der Präsidentenwahl im November, den früheren demokratischen Vizepräsidenten Joe Biden, regelmäßig als „Schläfrigen Joe“.

In weiteren Tweets lobte Trump abermals den Einsatz der Nationalgarde im Bundesstaat Minnesota, wo die Proteste ausgebrochen waren, und mahnte, die Kräfte hätten früher angefordert werden sollen. In einem anderen Tweet schrieb der Präsident in Großbuchstaben schlicht: „Recht & Ordnung!“ Trump wirft den Demokraten immer wieder vor, nicht hart genug gegen Kriminalität vorzugehen.

Der Polizeichef von Minneapolis, Medaria Arradondo, bat die Angehörigen Floyds am Sonntagabend um Entschuldigung. „Wenn ich irgendetwas tun könnte, um Herrn Floyd zurückzubringen, würde ich Himmel und Erde bewegen, um es zu tun“, sagte Arradondo bei einem Auftritt an dem Ort, an dem Floyd getötet worden war. Arradondo, selbst ein Schwarzer, hatte die vier beteiligten Polizisten entlassen. Derjenige von ihnen, der über Minuten hinweg sein Knie auf Floyds Nacken gedrückt hatte, wird wegen Mordes angeklagt. Der Bruder des Toten, Philonise Floyd, sagte CNN am Sonntagabend, er fordere, dass auch die anderen drei entlassenen Polizisten festgenommen würden. „Ich will Gerechtigkeit – jetzt.“

Ein Sohn des getöteten George Floyd rief dazu auf, bei den anhaltenden Protesten Gewalt zu vermeiden. In einem Fernsehinterview mit dem CNN-Tochtersender KBTX appellierte Quincy Mason Floyd an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Zugleich äußerte sich der Mann, der in Bryan (Texas) lebt, bewegt über die große Anteilnahme am Tod seines Vaters. „Jeder kommt und zeigt ihm Liebe. Mein Herz ist sehr berührt von all dem.“

Unterdessen setzen sich auch immer mehr amerikanische Musiker, Sportler und Hollywoodstars gegen Rassismus und Polizeigewalt ein. „Das muss aufhören“, schrieb die Sängerin Madonna auf Instagram. Der weiße Polizist habe Floyd mit „Arroganz und Stolz“ ermordet. Die Musikerin Beyoncé wandte sich in einer Videobotschaft an ihre Fans auf Instagram und forderte „Gerechtigkeit für George Floyd“. Lady Gaga schrieb in einem langen Post auf Twitter, sie sei von Floyds Tod „schockiert“. Präsident Trump warf sie darin vor, Rassismus zu fördern.

Nur ein Bild und eine Frage postete der Basketballstar LeBron James. Das Foto zeigt, wie der Football-Spieler Colin Kaepernick im Jahr 2016 während der Nationalhymne auf die Knie ging. Damit hatte der Quarterback eine Protestwelle gegen die Diskriminierung von Schwarzen in den Vereinigten Staaten ausgelöst. LeBron James schrieb dazu: „Versteht ihr jetzt?“

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