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Proteste in Wisconsin : Trump reist am Dienstag nach Kenosha

  • Aktualisiert am

Einsatz der Nationalgarde in Kenosha Bild: Reuters

Nach den Schüssen auf einen Schwarzen in Kenosha wird der amerikanische Präsident die Stadt in Wisconsin besuchen. Er will sich dabei mit Polizeivertretern treffen.

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          Amerikas Präsident Donald Trump will am Dienstag in die Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin reisen, wo der Schwarze Jacob Blake durch Polizeischüsse schwer verletzt worden ist. Trump werde in Kenosha Polizeivertreter treffen, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Zudem werde er Schäden besichtigen, die bei Protesten gegen die Polizeigewalt entstanden seien. Ob Trump auch Blakes Familie treffen will, wurde nicht mitgeteilt. Zuvor hatte Trump den Einsatz der Nationalgarde gelobt und gesagt, dass Ausschreitungen in der Stadt nach dem Eintreffen von mehr Truppen sofort aufgehört hätten.

          In Kenosha hatte am Sonntag vergangener Woche ein Polizist dem 29-jährigen Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen. Auf einem Video des Zwischenfalls ist zu sehen, wie Blake davor um ein Auto geht, während ihm zwei Polizisten mit gezogener Waffe folgen. Eine davon ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür aufmacht und sich hineinbeugt, greift einer der Polizisten ihn am Shirt und schießt. Das Video löste in den Vereinigten Staaten Empörung und Proteste aus. Im Auto befanden sich Blakes Kinder im alter von drei, fünf und acht Jahren.

          Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Josh Kaul, der in dem Fall ermittelt, teilte zwischenzeitlich mit, dass im Fahrzeug auf dem Boden der Fahrerseite ein Messer gefunden worden sei. Er machte aber auf Nachfrage von Reportern keine Angaben dazu, ob Blake ein Messer in der Hand gehabt habe. Zudem hieß es, die Polizisten hätten zweimal versucht, Blake mit einem Elektroschocker zu betäuben, das habe aber nicht funktioniert.

          Die Polizeigewerkschaft von Kenosha, die nicht an den Ermittlungen beteiligt ist, erklärte unterdessen, gegen Blake habe zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs vorgelegen, wovon die Polizeibeamten gewusst hätten. Außerdem hätten sie ein Messer in seiner Hand gesehen und es habe eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Blake und den Polizisten gegeben. Blakes Anwälte erklärten im Sender CNN, diese Behauptungen seien „übertrieben“ und sollten dazu dienen, den Einsatz übermäßiger Gewalt gegen Blake zu rechtfertigen.

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