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Demos gegen Regierung : Iranische Polizei will nicht auf Protestler geschossen haben

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte und Protestler am Samstag in Teheran Bild: AP

Berichte über Schüsse auf Demonstranten in Teheran seien falsch, sagt ein Polizeigeneral. Die Sicherheitskräfte hätten vor den Protesten am Sonntag den „Befehl zur Zurückhaltung“ bekommen. Auch am Montag gingen Menschen auf die Straße.

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          In Iran ist es den dritten Tag in Folge nach Hinweisen aus sozialen Medien zu regierungskritischen Protesten gekommen. Im Internet am Montag verbreitete Videos zeigten Demonstranten bei einer Universität in Teheran, die riefen: „Sie haben unsere Eliten getötet und sie mit Klerikern ersetzt.“ In den Videos war ebenfalls in anderen Teilen Teherans postierte Bereitschaftspolizei zu sehen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Authentizität der Aufnahmen zunächst nicht überprüfen. In Berlin forderte die Bundesregierung die iranischen Sicherheitskräfte zur „größtmöglichen Zurückhaltung“ auf.

          Die Kundgebungen hatten sich Samstag am Eingeständnis der Regierung entzündet, das Militär habe versehentlich eine Passagiermaschine mit 176 Menschen an Bord abgeschossen. Zuvor hatte die Staatsspitze jede Verwicklung in den Absturz abgestritten, obwohl sie seit Mittwoch über das Geschehen informiert war. Danach war es am Wochenende im ganzen Land zu Protesten gekommen. Die Demonstranten verlangen unter anderem die Rücktritte der Verantwortlichen. Sie riefen „Tod dem Diktator“ in Anspielung auf den mächtigsten Mann des Landes, das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

          Die iranische Polizei wies Hinweise zurück, sie habe auf regierungskritische Demonstranten in Teheran geschossen. „Bei den Protesten hat die Polizei definitiv nicht geschossen, weil die Polizei der Hauptstadt die Anweisung hatte, sich zurückzuhalten“, hieß es in einer auf der Web-Seite des staatlichen Fernsehens veröffentlichten Erklärung von Polizeichef Hossein Rahimi.

          In Videos, die am Wochenende im Internet verbreitet wurden, sind allerdings Schüsse in unmittelbarer Nähe von Kundgebungen zu hören. Zudem werden Blutlachen gezeigt. Zu sehen sind auch bewaffnete Männer, die offenbar Sicherheitskräften angehören. In einigen Videos schlagen Einsatzkräfte mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Menschen rufen: „Schlagt sie nicht.“ Zur Zahl der Teilnehmer an den Protesten am Sonntag lagen keine verlässlichen Angaben vor.

          Das britische Außenministerium bestellte unterdessen den iranischen Botschafter ein, um gegen die vorübergehende Festsetzung des britischen Botschafters in Teheran am Samstag zu protestieren. Dem Botschafter sollten die „schweren Einwände“ gegen diese Maßnahme vorgetragen werden, die einen „nicht hinnehmbaren Bruch“ der diplomatischen Gepflogenheiten darstellten, teilte das Amt von Premierminister Boris Johnson in London mit. Botschafter Hamid Baeidinedschad solle versichern, dass so etwas nicht wieder vorkomme.

          Die iranischen Behörden hatten den britischen Botschafter Rob Macaire kurzzeitig in Gewahrsam genommen und ihm vorgeworfen, sich an illegalen Protesten beteiligt und diese provoziert zu haben. Macaire wies die Vorwürfe zurück. Vielmehr sei er zu einer Trauerwache für die Opfer des abgeschossenen ukrainischen Flugzeugs gegangen und habe diese verlassen, als dort regierungskritische Rufe laut geworden seien.

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