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Proteste in Nigeria : „Sie haben ihren eigenen Bürgern den Krieg erklärt“

Demonstranten am 17. Oktober in Lagos, Nigeria Bild: Reuters

Nigerias Jugend protestiert gegen Polizeigewalt – das Militär erschießt daraufhin mindestens zwölf von ihnen. Eine junge Anwältin erzählt im Interview, warum sie trotzdem wieder auf die Straße gehen will.

          6 Min.

          Sie haben in Cambridge studiert, heute arbeiten Sie in Lagos als Anwältin. Was treibt Menschen wie Sie dort auf die Straße?

          Franca Wittenbrink
          Redakteurin in der Politik.

          In erster Linie demonstrieren wir gegen die Polizeieinheit „SARS“ (Special Anti-Robbery Squad), die nigerianische „Spezialeinheit gegen Raubüberfälle“. Denn diese Einheit tut genau das, wogegen sie eigentlich vorgehen sollte. Vor allem junge Menschen, die wohlhabend aussehen, geraten immer wieder ins Visier dieser Beamten. Wenn du ein iPhone bei dir hast, teure Kleider trägst oder ein schickes Auto fährst, dann werfen sie dir vor, du hättest all das gestohlen und nehmen es selbst an sich. Im besten Fall erpressen sie unter Anwendung von Gewalt Geld von dir, wenn es schlechter läuft, nehmen sie dich mit. Manche der Verhafteten kommen nie wieder zurück. Diese Einheit ist brutal.

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