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Proteste in Iran : Kopftücher im Feuer

Wut auf die Sittenwächter: Demonstranten in Teheran am Mittwoch Bild: Imago

Das gibt es in der islamischen Welt nirgendwo sonst: In Iran demonstrieren Frauen gemeinsam mit Männern für ihre Rechte und werfen ihre Kopftücher ins Feuer. Polizisten weigern sich, gegen die Demonstranten vorzugehen.

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          Während sich die Proteste in Iran landesweit wie ein Lauffeuer ausbreiten, wandte sich Revolutionsführer Ali Khamenei am Mittwochmorgen an die Nation, jedoch ohne auch nur mit einem Wort auf die Ereignisse im Land einzugehen. Am Jahrestag des Beginns des irakischen Angriffs auf Iran im Jahr 1980 sprach er in Teheran vor Kriegsveteranen. Lediglich an einer Stelle ging er indirekt auf die wütenden Proteste ein, als er sagte, wann immer es in Iran auch ein „kleines Problem“ gebe, nutze „der Feind“ das aus.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Dass Menschen in weiten Teilen Irans als Protest gegen den Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini, die an den Folgen der Misshandlung durch die Polizei starb, auf die Straße gehen, spielte er damit herunter. Dabei haben die Proteste auch die Stadt Qom erreicht, das Zentrum der schiitischen Geistlichkeit Irans. Dort schlugen wütende Demonstranten die Scheiben des Autos eines Geistlichen ein und beschimpften ihn.

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