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Proteste in Ägypten : Hunderttausende demonstrieren - Mursi „zum Dialog bereit“

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Zehntausende demonstrieren in der Nacht zum Montag vor dem Präsidentenpalast in Kairo Bild: dpa

Hunderttausende Menschen demonstrieren in Ägypten friedlich gegen Präsident Muhammad Mursi. In Beni Suef südlich Kairod wurde jedoch ein Demonstrant getötet. Ein Sprecher Mursis erklärt, der Präsident sei zu „einem ernsten nationalen Dialog“ bereit.

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          Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in Ägypten friedlich gegen Präsident Muhammad Mursi demonstriert. In Beni Suef südlich der Hauptstadt Kairo wurde ein Demonstrant getötet, als bewaffnete Männer einen Protestzug angriffen. In Kairo bewarfen Männer das Hauptquartier der  Muslimbruderschaft mit Brandsätzen. Auch Zehntausende Anhänger des  islamistischen Machthabers waren unterwegs. Mehr Ägypter als am Sonntag sind  seit dem Sturz von Mursis Vorgänger Husni Mubarak Anfang 2011 nicht auf die  Straße gegangen.

          Zehntausende Oppositionelle marschierten am Sonntagabend vor Mursis Amtssitz im  Norden Kairos auf. Das größte Oppositionsbündnis, die Nationale Rettungsfront,  forderte in einer „revolutionären Erklärung“ die Bürger auf, ihre friedlichen  Proteste „bis zum Sturz des Regimes“ fortzusetzen. Es ist die schwerste Krise,  in der Mursi seit seinem Amtsantritt im Juni 2012 steckt. Auf dem zentralen  Tahrir-Platz forderten Demonstranten den Rücktritt des Präsidenten.  Zwölf Monate nach seinem Amtsantritt verlangt die Protestbewegung  Neuwahlen. Gefolgsleute Mursis aus der Muslimbruderschaft verteidigten am  Wochenende auf Kundgebungen dessen Bilanz.

          Protest gegen Muhammad Mursi am Sonntagabend vor dem Präsidentenpalast in Kairo Bilderstrecke

          Die Polizei nahm am Sonntag mehrere  Männer fest, die in der Nähe des Hauptquartiers der Muslimbruderschaft in Kairo  Waffen gelagert hatten. Seit vergangener Woche wurden bei Zusammenstößen zwischen Islamisten und  Gegnern Mursis acht Personen getötet, die meisten von ihnen gehörten der  Muslimbruderschaft an. In Alexandria war am Samstag bei Zusammenstößen ein  Amerikaner erstochen worden. Präsident Barack Obama forderte am Sonntag  Demonstranten und Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf. „Wir unterstützen  friedliche Proteste und friedliche Methoden, im Land Wandel zu schaffen“, sagte  er. 

          Schon im Winter und im Frühjahr war es zu heftigen Protesten gegen Mursi und  dabei zu Unruhen gekommen, die Dutzende Todesopfer forderten. Seitdem  vergleichen viele Mursis Herrschaft mit der autoritären Führung Mubaraks, der  im Februar 2011 gestürzt worden war. Der Sprecher Mursis, Ehmad Fadmy, sagte am  Sonntag, der Präsident sei zu „einem echten und ernsten nationalen Dialog“ mit  der Opposition bereit.

          Der außenpolitische Berater Mursis, Gehad al Haddad, sagte gleichwphl, die Opposition müsse akzeptieren, dass der Präsident vor einem Jahr die Wahlen gewonnen habe. Von Seiten der Muslimbrüder werde keine Gewalt ausgehen, solange die Opposition friedlich bleibe. Zugleich bezeichnete Haddad Angriffe auf den Präsidentenpalast als „rote Linie“, die nicht überschritten werden dürfe.

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