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Proteste gegen Putschisten : Kraftprobe in Myanmar

  • -Aktualisiert am

Eindeutige Botschaft: Proteste in Myanmar Bild: dpa

Die Demonstranten wagen die Kraftprobe mit den Putschisten in Myanmar. Die reagieren mit wachsender Gewalt. Gezielte Sanktionen könnten die Generäle zur Besinnung bringen.

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          Das hatten sich die Generäle in Myanmar vermutlich einfacher vorgestellt. Und womöglich kommt es auch für einige im Ausland überraschend, dass die Proteste gegen den Putsch in dem südostasiatischen Land nicht etwa nachlassen, sondern an Intensität zunehmen. Es ist den Menschen, zumal den Jüngeren, ganz offensichtlich nicht gleichgültig, ob sie in politischen Angelegenheiten ihres Landes mitbestimmen dürfen oder nicht.

          Die Proteste verdienen jegliche moralische Unterstützung. Und auch mit gezielten Sanktionen gegen die Vermögen der Putschisten und ihrer Unterstützer könnte das Ausland den Druck aufrechterhalten. Solche Maßnahmen täten den Richtigen weh und träfen Unbeteiligte nicht.

          Eine weitere Tragödie für Myanmar? 

          Im Land verhärten sich die Fronten offenbar. Die Repression nimmt zu. Die Demonstranten sind einstweilen auch nicht bereit, irgendwie nachzugeben. Solche Kraftproben enden oft blutig. Wenn es so käme, wäre es eine weitere Tragödie für das in dieser Hinsicht ohnehin geplagte Land.

          Die Putschisten jedenfalls schrecken vor Gewalt nicht zurück. Sie schlagen seit einiger Zeit bevorzugt bei Nacht und Nebel zu. Das zeigt einerseits ihre Entschlossenheit, nicht von der Macht zu lassen. Es zeigt aber auf der anderen Seite auch, dass die Generäle wissen, wie unbeliebt sie in weiten Teilen der Bevölkerung sind. Jemand müsste ihnen einen gesichtswahrenden Rückzug ermöglichen. Aber sie mussten Aung San Suu Kyi ja unbedingt inhaftieren. Selbst schuld.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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