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Armenien : Proteste gegen Erhöhung von Strompreisen dauern an

  • Aktualisiert am

Mit zahlreichen Festnahmen versucht die Polizei die Demonstrationen einzudämmen. Bild: AP

Trotz mehrerer Festnahmen und dem Abbau von Barrikaden gehen die Armenier weiter auf die Straße. Dabei hat die Regierung vorerst eingelenkt.

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          Trotz Festnahmen und des Abbaus einer Barrikade haben auch am Montagabend abermals rund 1500 Menschen gegen die Erhöhung der Strompreise in Armenien protestiert. Sie versammelten sich auf dem Platz der Freiheit in der Hauptstadt Eriwan. Am Morgen hatte die Polizei nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums 46 Demonstranten vorübergehend festgenommen und deren Barrikade in der Nähe des Präsidentenpalastes abgebaut. Die Demonstration am Abend auf dem Platz der Freiheit wurde von der Polizei ausdrücklich erlaubt.

          Die Proteste gegen die Strompreiserhöhung halten seit Wochen an, die Teilnehmerzahlen lagen bisweilen bei mehr als zehntausend Menschen. Der Zulauf zu den Demonstrationen stieg spürbar an, nachdem am 23. Juni 237 Demonstranten festgenommen worden waren. Die Polizei hatte Schlagstöcke und Wasserwerfer eingesetzt, um Demonstranten auseinander zu treiben.

          Präsident Sersch Sarkissjan hatte angesichts der großen Protestbewegung eingelenkt und eine Überprüfung der Strompreiserhöhung angekündigt. Vorerst werde die Regierung die Mehrkosten übernehmen. Armenien bezieht einen Großteil seiner Energie aus Russland, das auch sein wichtigster Handelspartner ist.

          Armeniens Elektrizitätsgesellschaft hatte die Preiserhöhung mit dem starken Wertverlust der Landeswährung Dram begründet. Die Gesellschaft gehört dem in Moskau ansässigen halbstaatlichen Konzern Inter RAO, der einem engen Vertrauten des russischen Staatschefs Wladimir Putin untersteht.

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