https://www.faz.net/-gpf-9mx9z

Proteste : Ausschreitungen nach Einigung in Sudan

  • Aktualisiert am

Ausschreitungen im Sudan Bild: AFP

Militär und Opposition haben sich darauf verständigt, Sudan bis zu den Neuwahlen gemeinsam zu führen. Dennoch kommt es zu Gewalt, mindestens ein Mensch wird getötet.

          Nach der Einigung des Militärs und der Opposition im Sudan auf eine Teilung der Macht bis zu den nächsten Wahlen ist die Gewalt in dem afrikanischen Land wieder aufgeflammt. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der Hauptstadt Khartum kam am Montag nach Angaben der Militärführung ein Militärpolizist ums Leben. Zahlreiche Protest-Teilnehmer seien verletzt worden. Ärzten zufolge war der Zustand bei einigen ernst. Schüsse waren bis spät in den Abend hinein zu hören.

          Der Militärrat beschuldigte bewaffnete Gruppen, das Feuer eröffnet zu haben, weil sie mit den Forschritten bei den Bemühungen um eine politische Einigung unzufrieden seien. Demonstranten erklärten, Konter-Revolutionäre mit Verbindungen zu dem Regime des im April von der Armee gestürzten Präsidenten Omar al-Baschir hätten die Gewalt angestiftet. Bereits während des Tages war es zu Ausschreitungen gekommen.

          Der Militärrat und die Protestbewegung einigten sich im Grundsatz darauf, das Land während einer Übergangsphase bis zu Neuwahlen gemeinsam zu führen. Details wollen sie diesen Dienstag diskutieren. Knackpunkte sind vor allem, wie genau die Machtbalance zwischen Militär und Zivilisten gestaltet wird und wie lange die Übergangsphase dauern soll.

          Weitere Themen

          Das Ende der Einsamkeit Video-Seite öffnen

          Insel Sokotra im Jemen : Das Ende der Einsamkeit

          Der Artenreichtum der Insel Sokotra hat sie zum Weltkulturerbe gemacht. Doch das Paradies ist von politischen Verwerfungen bedroht: Die Hilfe aus Saudi-Arabien und den Emiraten ist auch ein Zeichen von Autoritätsverlust.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.