https://www.faz.net/-gpf-ag9b5

Nach Dumawahl : Protest in Moskau gegen Wahlergebnis

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Moskau am Samstag Bild: Reuters

Rund 1000 Menschen sind in Moskau einem Aufruf der Kommunistischen Partei zum Protest gefolgt. Deren Abgeordnete fordern eine Neuauszählung der Duma-Wahl vom vergangenen Wochenende.

          1 Min.

          Rund eine Woche nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten russischen Parlamentswahl haben Hunderte Menschen in Moskau gegen das Ergebnis protestiert. Nach Einschätzung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur vor Ort versammelten sich am Samstagnachmittag mehr als 1000 Menschen auf dem zentralen Puschkin-Platz. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Kommunistische Partei, die bei der Abstimmung am vergangenen Wochenende den zweiten Platz hinter der Kremlpartei Einiges Russland belegt hatte.

          Die Abgeordneten forderten unter anderem eine Nachzählung der online abgegebenen Stimmen, die nach Einschätzung der Opposition systematisch gefälscht worden sein sollen. Die russischen Behörden hatten zuvor vor einer Teilnahme an der nicht genehmigten Protestaktion gewarnt.

          Rund um den Puschkin-Platz war die Polizei mit einem großen Aufgebot vor Ort. An vielen Stellen waren Absperrgitter aufgestellt. Es standen viele Gefangenentransporter bereit. Anders als bei den Demonstrationen für die Freilassung des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny Anfang des Jahres waren weniger junge Menschen dem Aufruf gefolgt. Über Lautsprecher spielte die Polizei immer wieder Musik ab – womöglich, um so die Reden der Kommunisten zu stören.

          Einiges Russland hatte die dreitägige Abstimmung am vergangenen Wochenende mit 49,8 Prozent gewonnen. Auf dem zweiten Platz landeten die Kommunisten mit 18,9 Prozent. Sie gelten – wie alle anderen in der Duma vertretenen Kräfte – als recht kremlnah. Opposition und Wahlbeobachter beklagen massive Verstöße bei der Stimmauszählung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Marine Le Pen und Viktor Orbán in Budapest

          Le Pen in Ungarn : Bildtermin bei Orbán

          Europas Nationalisten reisen gerne nach Budapest, Marine Le Pen musste es sogar tun. Ob das die französischen Wähler beeindrucken wird?
          Der umstrittene Demokrat: Joseph Manchin im Oktober 2021 in Washington, DC.

          Senator Joseph Manchin : Der letzte Demokrat

          Ein korrupter Verräter? Joseph Manchin stößt auf viel Kritik innerhalb seiner eigenen Partei. Die Republikaner versuchen indes, den Politiker zu einem Seitenwechsel zu motivieren.
          Für manche der Hexer: Tesla-Chef Elon Musk

          Tesla-Aktie : Die Billionen-Dollar-Wette

          Tesla begeistert die Anleger. Eine Aktie kostet jetzt mehr als 1000 Dollar, das Unternehmen wird mit mehr als einer Billion Dollar bewertet. Kann Tesla halten, was es verspricht?
          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungsurkunde am Dienstag im Schloss Bellevue

          Entlassungsurkunde für Merkel : Am Ende einer Kanzlerschaft

          Der Bundespräsident würdigt die Amtszeit von Angela Merkel als „beispielgebend“. So verabschiedet er die Kanzlerin – und bittet sie, noch ein bisschen weiterzumachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.