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Protest eskaliert : Demonstranten stürmen deutsche Botschaft in Khartum

  • Aktualisiert am

Feuer auf dem Gelände der deutschen Botschaft Bild: AFP

Bei den Attacken auf die deutsche Vertretung in der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind nach Angaben von Außenminister Westerwelle keine Botschaftsangehörigen verletzt worden. Demonstranten hatten Teile des Gebäudes in Brand gesetzt.

          Bei den Angriffen auf die deutsche Vertretung in der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) keine Botschaftsangehörigen verletzt worden. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Sicherheit“, sagte Westerwelle am Freitag in Berlin. Dies habe ihm der deutsche Botschafter in Khartum versichert. Er verurteilte das Schmähvideo gegen den Propheten Mohammed aufs Schärfste, machte aber klar, dass das Video die Angriffe auf die Botschaft keinesfalls rechtfertigten.

          Aufgebrachte Demonstranten hatten Teile des Botschaftsgebäudes in Brand gesetzt. Augenzeugen berichteten, die Protestierenden seien in das Gebäude eingedrungen, hätten Fenster, Überwachungskameras und Mobiliar zerschlagen und dann Feuer gelegt. Die Feuerwehr versuchte den Brand zu löschen. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die danach zur benachbarten britischen Botschaft in Khartum zogen. Westerwelle verlangte von der sudanesischen Regierung, die Sicherheit der Botschaft und deren Integrität wiederherzustellen.

          Sudanesischer Botschafter einbestellt

          Auf die Frage, ob er die Notwendigkeit sehe, deutsche Bürger aus den betroffenen Ländern zu holen, sagte der Minister, es sei wichtig, wachsam zu sein und sich nicht leichtfertig in Gefahr zu bringen. Deutsche sollten nicht in die Nähe einer aufgebrachten Menge gehen. Nach der aktuellen Lagebeurteilung müssten die bestehenden Reisehinweise für die islamische Welt nicht verändert werden. Es gebe keinen Anlass, über eine Schließung von deutschen Botschaften in der Region zu spekulieren.

          Westerwelle betonte, aus Protest gegen die Übergriffe sei der sudanesische Botschafter schon vor dem Sturm auf das Gebäude einbestellt worden. Man habe ihn „auf die Pflicht seiner Regierung zum Schutz diplomatischer Einrichtungen hingewiesen“. Die Einbestellung weiterer Botschafter aus der Region sei nicht geplant.

          Die Demonstranten drangen in die Botschaft  ein. Bilderstrecke

          Die Proteste richteten sich gegen den jüngst bei YouTube veröffentlichten islamfeindlichen Film. Die sudanesische Regierung hatte den Film örtlichen Medienberichten zufolge am Donnerstag scharf verurteilt. Islamistische Gruppen hatten daraufhin zu gewaltsamen Protesten nach dem Freitagsgebet aufgerufen.

          Warum sich die Proteste auf die deutsche und britische Botschaft konzentrierten, war zunächst nicht klar. Der Sudan hatte jedoch Proteste in Deutschland kritisiert, auf denen Karikaturen gezeigt wurden, die den Propheten Mohammed darstellten. Auch wurde kritisiert dass Bundeskanzlerin Angela Merkel 2010 dem dänischen Karikaturisten einen Preis überreichte.

          Die Bundesregierung hatte wegen der Proteste am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Botschaften und Konsulaten in islamischen Ländern verschärft. Deutschland habe zusätzliches Sicherheitspersonal an einzelne Botschaften geschickt, bestätigte der Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag.

          Proteste auch in Jemen und Ägypten

          Auch in anderen islamischen Ländern kommt es weiter zu heftigen Protesten gegen den aus Amerika stammenden Schmähfilm über den Propheten Mohammed. In Ägypten Haupstadt Kairo bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen. Die Sicherheitskräfte stellten sich den aufgebrachten Menschen in den Weg, um die amerikanische Botschaft zu schützen. Auch Tränengas wurde eingesetzt.

          In Erwartung weiterer Unruhen nach den Freitagsgebeten blockierten Sicherheitskräfte auch in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa die Straßen zur amerikanischen Botschaft. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein und gaben Warnschüsse ab.

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