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Präsidentschaftswahlen : Holt Algerien den politischen Frühling nach?

In Algerien zeigen die Menschen ihre Freude darüber, dass Präsident Abdelaziz Bouteflika nicht wieder antreten wird. Bild: Reuters

Algeriens Präsident Bouteflika galt als der Versöhner, der dem Grauen der neunziger Jahre ein Ende bereitet hatte. Für die junge Generation zählt dieses Argument schon lange nicht mehr.

          Das politische Ende von Abdelaziz Bouteflika kommt nicht überraschend. Seit Jahren war Algeriens 82 Jahre alter, gesundheitlich schwer angeschlagener Präsident nicht viel mehr als das Gesicht eines ansonsten gestaltlosen, in die Jahre gekommenen Regimes. Das funktionierte, solange der Zivilist Bouteflika, der 1999 mit dem Segen des mächtigen Militärs ins höchste Staatsamt gelangt war, der durch den Bürgerkrieg traumatisierten Bevölkerung als Projektionsfläche dienen konnte: Er galt als der Versöhner, der dem Grauen der neunziger Jahre ein Ende bereitet hatte.

          Vor allem bei der jungen Generation verfing dieses Argument jedoch nicht mehr. Zu vieles liegt in Algerien im Argen – wenn auch der Leidensdruck nicht so groß war wie in Tunesien, Libyen oder Ägypten, wo die Menschen schon vor acht Jahren aufbegehrten. Holt Algerien deren politischen Frühling jetzt nach? Dass es bei den Massendemonstrationen bislang nicht zu größerer Gewalt gekommen ist, lässt hoffen – darf aber nicht davon ablenken, dass der vom Regime versprochene „Systemwechsel“ bislang noch sehr wolkig klingt.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

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