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Präsidentschaftswahl in Afghanistan : Kerry erwirkt Neuauszählung 

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Der amerikanische Außenminister Kerry (r.) vermittelte zwischen Kandidat Ghani und dessen Kontrahenten Bild: dpa

Alle acht Millionen Stimmen der Präsidentschaftswahl in Afghanistan werden noch einmal ausgezählt. Darauf einigten sich die beiden Kandidaten Abdullah und Ghani nach Manipulationsvorwürfen.

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          Im Streit um den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Afghanistan haben sich die beiden Kontrahenten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani nach Angaben des amerikanischen Außenministers John Kerry auf eine Neuauszählung aller abgegeben Stimmen geeinigt. Jede einzelne Stimme werde überprüft, sagte Kerry am Samstag in Kabul.

          Der Außenminister der Vereinigten Staaten hatte in der afghanischen Hauptstadt zwei Tage lang zwischen den beiden Kandidaten der Stichwahl vermittelt. „Beide Kandidaten haben zugesichert, sich an der größtmöglichen Überprüfung der Stimmen zu beteiligen und zu deren Ergebnis zu stehen“, sagte Kerry nach den Beratungen. „Jeder einzelne Stimmzettel, der abgegeben wurde, wird überprüft - alle acht Millionen.“

          Amtsübergabe soll verschoben werden

          Kerry sowie die beiden Kandidaten forderten den scheidenden afghanischen Präsidenten Hamid Karsai dazu auf, die für den zweiten August geplante Amtsübergabe zu verschieben, um für die aufwendige Überprüfung Zeit zu gewinnen. Mit der Einigung wurde das befürchtete Scheitern der ersten demokratischen Machtübergabe in der Geschichte Afghanistans zunächst abgewendet.

          Laut dem vorläufigen Ergebnis ging Ghani als Sieger aus der im Juni durchgeführten Stichwahl hervor. Der ehemalige Finanzminister erreichte demnach 56,4 Prozent der Stimmen, der frühere Außenminister Abdullah 43,5 Prozent. Abdullah wirft Ghani und der Wahlkommission Manipulationen vor und reklamiert den Sieg für sich. In der ersten Wahlrunde, in der es noch weitere Kandidaten gab, hatte Abdullah mit großem Vorsprung vorn gelegen.

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