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Kongo : Vielleicht gibt es Wahlen, vielleicht Krieg

  • -Aktualisiert am

Unterstützer des Kandidaten Jean-Pierre Bemba vor dem Parteibüro seiner Partei MLC (Mouvement de Libération du Congo): Für viele von ihnen ist der ehemalige Vizepräsident schon ein Held. Bild: AFP

In Kongo soll bald ein neuer Präsident gewählt werden. Als Favorit gilt der frühere Warlord Jean-Pierre Bemba. Bis vor kurzem saß er in Den Haag im Gefängnis – und gilt vielen deshalb als Held.

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          André Fasoulis mag nicht mehr. Er hat schon alles vorbereitet. Neben ihm auf dem weißen Gartenstuhl liegt ein Stapel Papiere: Kaufverträge, Behördenschreiben, Bankunterlagen. „Eigentlich habe ich alles zusammen“, sagt der alte Grieche, „wenn nur die verfluchte Bürokratie nicht wäre.“ In drei Wochen will er eigentlich schon fort sein, zurück in seiner Heimat Zypern, bloß raus aus Kongo. Er hat einen Käufer gefunden, er hat die wichtigsten Möbel verkauft, jetzt muss er nur noch sehen, wie er sein Geld aus dem Land bekommt. „Afrika“, stöhnt er und lächelt dabei milde.

          Natürlich war Fasoulis der Entschluss nicht leichtgefallen. Vor dreißig Jahren hatte er das Restaurant La Piscine im Zentrum Kinshasas eröffnet. Es ist ein netter Ort mit Swimmingpool, einer großen überdachten Terrasse und einem selbstgemauerten Pizzaofen. Die Kundschaft ist gemischt, Schwarze, Weiße, Chinesen. Sie kommen wegen der Souflaki, des Hummus oder der gefüllten Weinblätter; im Pool planschen Kinder. Fasoulis hat eine kleine Oase geschaffen in einer Stadt, die 1881 von dem britisch-amerikanischen Journalisten und Abenteuer Henry Morton Stanley als Handelsposten gegründet wurde und heute rund zwölf Millionen Einwohner zählt. Vor sich, auf dem kleinen Tisch, hat Fasoulis ein kaltes Bier stehen – sein Mittagsritual –, von draußen dringt der Lärm von Polizeisirenen herein.

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