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Nach der Präsidentenwahl : Wie konnten die Polen nur?

Der Wahlsieger mit Frau und Tochter Bild: EPA

Die Wiederwahl Andrzej Dudas wurde in Deutschland vor allem unter drei Gesichtspunkten betrachtet: Freiheit der Justiz, Rechte Homosexueller und Kriegsreparationen. Für die Polen waren ganz andere Themen wichtig.

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          Polen hat sich gerade einen Präsidenten gewählt. Der neue ist der alte: Andrzej Duda. Das konservative, nationale, oft auch populistisch agierende Lager sitzt also zunächst fest im Sattel, im Präsidialamt und in der Regierung. Das könnte für Nachbarn, Partner und Beobachter Polens eine Gelegenheit sein, die eigene Wahrnehmung und die bisherigen Erklärungsmuster mal auf den Prüfstand zu stellen. Und das Land jenseits der Oder, inzwischen Deutschlands fünftgrößter Handelspartner, etwas differenzierter zu betrachten.

          Es ist natürlich das Geschäft der Medien, über Reizthemen zu berichten, aber bisweilen schnurrt ein Bild auf ganz wenige Elemente zusammen, die bei der Betrachtung eines Landes zu Schlüsselbegriffen werden, über die alles andere erklärbar erscheint. Im Falle Polens sind dies die Stichworte Justiz, Rechte Homosexueller und Kriegsreparationen. In anderen Worten: die Bemühungen dieser Regierung, die Richterschaft in ihrem Sinne zu „disziplinieren“; der Streit über die Anliegen der Homosexuellen mit dem Zielpunkt Ehe und Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare; und die Ankündigung, Polens gewaltige Kriegsschäden in astronomische finanzielle Forderungen an Deutschland umzurechnen.

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