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Präsidentenwahl in Brasilien : Populist gegen Populist

Straßenverkäufer Fernando Lopes macht derzeit ein gutes Geschäft mit Badetüchern. Bild: Tjerk Brühwiller

In Brasilien tritt Präsident Jair Bolsonaro gegen seinen Vorgänger Lula da Silva an. Wenn der Amtsinhaber verliert, könnte es zu Ausschreitungen kommen.

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          Es steht 184 zu 68 für Lula. So zumindest zeigt es eine Tafel im Herzen der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo an. Dort hat Fernando Lopes seinen Verkaufsstand platziert: Auf Badetüchern prangen die Konterfeis von Präsident Jair Bolsonaro und vom früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Die beiden treffen bei der Präsidentenwahl in zwei Monaten aufeinander, und die Badetücher gehen weg wie warme Semmeln. Das Zwischenresultat auf der Tafel, auf der Lopes die Verkaufszahlen pro Kandidat notiert, verleite die Leute zusätzlich zum Kauf, sagt Lopes. „Einige wollen den Vorsprung ihres Kandidaten ausbauen oder das Zwischenresultat drehen, als könnten sie damit die Wahl im Oktober beeinflussen.“ Dem Verkäufer ist das recht. Seit er die Tafel hat, verkauft er an guten Tagen bis zu dreißig Handtücher. Vorher waren es vier bis fünf. „Ich profitiere von der Polarisierung im Land. Sie bekämpfen sich, und ich verdiene Geld für meine Familie damit.“

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Mit dem rechtsnationalen Präsidenten Bolsonaro und dem linken früheren Präsidenten Lula da Silva haben zwei Populisten das Feld eingenommen. Beide können einerseits auf eine treue und bisweilen fanatische Anhängerschaft zählen. Gleichzeitig spalten sie, zwischen ihnen gibt es kaum Raum für weitere Kandidaten. Eine schwerfällige Suche nach dem „dritten Weg“ hat bisher keinen aussichtsreichen Kandidaten hervorgebracht.

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