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Afghanistan : Abdullah erklärt sich zum Sieger der Präsidentenwahl

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Regierungschef Abdullah Abdullah wäre lieber Präsident. Bild: dpa

Mit offiziellen Ergebnissen wird frühestens in zwei Wochen gerechnet. Trotzdem behauptet Herausforderer Abdullah Abdullah schon jetzt, eine Stichwahl sei überflüssig.

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          Abdullah Abdullah hat sich zum Sieger der afghanischen Präsidentenwahl vom Samstag erklärt. „Wir haben die meisten Stimmen bei dieser Wahl“, sagte der Ministerpräsident am Montag in Kabul. Eine Stichwahl werde nicht nötig sein.

          Abdullah war der aussichtsreichste Rivale von Afghanistans Präsident Aschraf Ghani. Insgesamt waren bei der Wahl am Samstag 18 Kandidaten angetreten. Mit Ergebnissen wird nicht vor dem 19. Oktober gerechnet. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Anlauf mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, ist für November eine Stichwahl vorgesehen.

          Bei der vergangenen Präsidentenwahl vor fünf Jahren hatte es ein Patt gegeben: Sowohl Ghani als auch Abdullah erklärten sich damals zum Sieger. Erst durch Vermittlungen des damaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama einigten sich die Kontrahenten auf einen Kompromiss: Ghani wurde Präsident, Abdullah Regierungschef.

          Drohungen der Taliban verfangen

          Eine niedrige Wahlbeteiligung und zahlreiche blutige Anschläge hatten die Wahl überschattet. Nach massiven Drohungen der radikal-islamischen Taliban blieben viele Wähler zu Hause. Eine erste Teilauszählung in mehr als der Hälfte der Wahllokale in Kabul hatte am Sonntag ergeben, dass dort nur 1,1 Millionen Wähler an die Urnen gegangen waren, wie der Sender Tolo News berichtete. Damit dürfte die Wahlbeteiligung bei weniger als 25 Prozent liegen – ein neuer Tiefstand. An der Präsidentenwahl 2014 hatten sich noch 58 Prozent beteiligt.

          Bei 113 Anschlägen am Wahltag waren mindestens 32 Menschen getötet und 123 verletzt worden. Größere Anschläge, wie sie die Taliban angedroht hatten, blieben jedoch aus. Die Wahl fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Allein in der Hauptstadt Kabul waren 30.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, viele Straßen waren gesperrt. Die Taliban, die die Hälfte des Landes kontrollieren, hatten zuletzt immer mehr Anschläge verübt. Vor drei Wochen waren Friedensgespräche zwischen ihnen und den Vereinigten Staaten gescheitert.

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