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Präsidentenwahl : Guatemala rückt nach links

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

In der ersten Runde des Wahlkampfs waren Dutzende Politiker getötet worden, doch die Stichwahl verlief ohne Zwischenfälle. Der Sozialdemokrat Álvaro Colom wird neuer Präsident Guatemalas.

          Der 56 Jahre alte Industrie-Ingenieur Álvaro Colom ist mit fast 53 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten Guatemalas gewählt worden. Ihm unterlag bei der Stichwahl der frühere General Otto Pérez Molina, der etwa 47 Prozent erreichte.

          Als Spitzenkandidat der Partei „Nationale Einheit der Hoffnung“ (Une) ist Colom der erste sozialdemokratische Präsident Guatemalas. Er wurde mit der bislang höchsten Zahl von 1,4 Millionen Stimmen der fast sechs Millionen Wahlberechtigten gewählt. Seit der Rückkehr des Landes zur Demokratie 1986 hatten stets Bewerber aus dem konservativen Lager gewonnen. Davor waren Militärregierungen über Putsch und Wahlbetrug an die Macht gekommen.

          „Die letzte schwarze Kampagne“

          Colom kündigte am Wahlabend an, sich vor allem für die Einheit des Landes einzusetzen. In Guatemala müsse nun eine Phase des Nachdenkens beginnen, „damit dies die letzte schwarze Kampagne war“, sagte er. Im Wahlkampf zur ersten Runde Anfang September waren Dutzende Politiker oder deren Angehörige getötet worden. Die Stichwahl verlief aber ohne Zwischenfälle.

          Coloms Rivale Otto Pérez von der rechtsgerichteten „Patriotischen Partei“ (PP) kündigte eine „konstruktive“ Opposition an. In dem Einkammerparlament in Guatemala-Stadt stellt Coloms Partei „Une“ nur 51 der 158 Sitze. Die zweitgrößte Fraktion ist die derzeit unter dem Präsidenten Óscar Berger regierende Partei „Gana“. Pérez' „PP“ verfügt nur über 29 Mandate. An vierter Stelle rangiert die Partei des früheren Generals und Diktators Efraín Ríos Montt, der unter dem Schutz der parlamentarischen Immunität die Vollstreckung eines internationalen Haftbefehls umgehen will. Vor allem die spanische Justiz will ihn wegen der unter seiner Herrschaft begangenen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht bringen.

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