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Präsidentenwahl : Gabriel: Macron steht für Aufbruch in Frankreich und Europa

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) zu Besuch in Amman, Jordanien Bild: dpa

Sie kennen sich aus Zeiten, als beide Wirtschaftsminister waren: Sigmar Gabriel freut, dass Emmanuel Macron in den Auszählungen führt. Auch für Deutschland hätte ein Sieg Macrons positive Folgen.

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          Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) machte den ganzen Tag schon einen zuversichtlichen Eindruck. Nun am Sonntagabend sah er sich bestätigt. Nach einem Abendessen mit seinem jordanischen Kollegen in Amman trat er vor die Presse: Natürlich sei er froh, dass Emmanuel Macron die Stichwahlen anführen werde. „Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident sein.“ Auch gehe er fest davon aus, dass er den Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus sowie die Antieuropäer in der zweiten Runde in die Schranken weisen werde.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Weiter sagte Gabriel: In der Wahl am 7. Mai gehe es natürlich um Frankreich, aber auch um Europa. „Mich freut besonders, dass Emannuel Macron diese Runde gewonnen hat. Er war der einzige wirklich pro-europäische Kandidat.“ Er habe sich nicht versteckt hinter Vorurteilen über Europa. Er habe eine klare Sprache gesprochen. „Er steht für einen neuen Aufbruch in Frankreich und in Europa.“

          Sozialisten vor Spaltung?

          Macron werde ein exzellenter Präsident sein. Er sei ein toller Mensch und ein guter Freund, sagte Gabriel, der Macron kennengelernt hatte, als beide Wirtschaftsminister ihrer Länder waren. Das Ergebnis für Marine Le Pen nannte er „immer noch zu gut“. Er hätte sich gefreut, wenn zwei demokratische Kandidaten die Stichwahl erreicht hätten.

          Für den zweiten Wahlgang müsse man auch in Deutschland klarmachen, dass es eine riesige Chance für Europa gebe, riet Gabriel. Mit Macron würde jemand Präsident, der sich nicht abfinden wolle mit der Lethargie in Europa, der auch Deutschland und Frankreich wieder enger zusammenführen wolle. Deutschland tue gut daran, diesen Kurs zu unterstützen. Macron stehe für Reformen in Frankreich, aber er fordere auch Deutschland zu Recht heraus: „Auf Dauer kann es nicht sein, dass wir die einzigen Gewinner in Europa sind, die sich dann auch noch scheuen, in Europa zu investieren.“

          Ausweichend reagierte Gabriel auf die Frage, auf welche Kräfte in der Nationalversammlung sich ein möglicher Präsident Macron, Kandidat der neuen zentristischen Bewegung En Marche, stützen können werde. Gefragt, ob die französischen Sozialisten vor einer Spaltung stünden, sagte Gabriel: „Das ist heute schwer zu sagen.“ Es gehe jetzt erst einmal darum, gegen die nationale Front die Präsidentenwahlen zu gewinnen. Daher sei es gut, dass sich sowohl der konservative als auch der sozialistische Kandidat klar für Macron ausgesprochen habe.

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