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Präsidentenwahl : Der Fürst

  • -Aktualisiert am

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg trotzte den Umfragen und fordert nun Zeman heraus Bild: AFP

In Prag gehen zwei in die Jahre gekommene Außenseiter in die Endrunde der Präsidentenwahl. Beide haben mehr Mark in den Knochen als alle Politiker der jüngeren Generation zusammen.

          Der überraschende Aufstieg Karel Schwarzenbergs in die Endrunde der Präsidentenwahl, wo er auf Miloš Zeman trifft, gibt der tschechischen Innenpolitik jenen Schauwert zurück, der ihr seit den epischen Schlachten zwischen Havel, Klaus und Zeman nach der „sanften Revolution“ abhandengekommen war. Wer ist besser geeignet, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts die Rolle des „republikanischen Monarchen“ der Tschechen auszufüllen?

          Beide Kandidaten knüpfen an uralte Narrative des nationalen Selbstverständnisses an: Zeman an das hussitische, plebejische und nationalistische, das die Linke als ihr Erbe hütet, das aber auch Klaus nicht fremd war; Schwarzenberg an das aristokratische, universalistische und europäische, auf das sich ein Teil der Rechten bezieht. „Der Fürst“ will Havels Werk nach der zehn Jahre währenden Unterbrechung durch Klaus fortsetzen, Zeman seine Rolle als unumstrittener, autoritärer Führer der Linken wiedergewinnen. Die Tschechen haben eine echte Wahl. Jeder der Kandidaten hat mehr Mark in den Knochen als alle Politiker der jüngeren Generation zusammen.

          Der 68 Jahr alte Milos Zeman gilt auch als Favorit für die Stichwahl in zwei Wochen

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