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Präsidentenwahl : Ägyptens Muslimbrüder reklamieren Sieg

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Der Kandidat der Muslimbrüder, Mohammed Mursi, am Mittwoch auf dem Weg ins Wahllokal Bild: REUTERS

Die islamistische Muslimbruderschaft hat ihren Kandidaten Muhammed Mursi zum Sieger der Präsidentenwahl in Ägypten ausgerufen. Bisher ist aber nur die Hälfte der Wahllokale ausgezählt. Ein offizielles Ergebnis wird für kommenden Dienstag erwartet.

          Am Tag nach der Präsidentenwahl hat Ägyptens Muslimbruderschaft den Sieg ihres Kandidaten verkündet. Nach Auszählung der Hälfte der Wahllokale soll Muhammed Mursi, der für deren Partei für Freiheit und Gerechtigkeit antrat, dreißig Prozent der Stimmen erhalten haben. Er wäre damit für die Stichwahl Mitte Juni qualifiziert.

          Auf Platz zwei rangierte demnach Ahmed Schafiq, ein früherer Luftwaffengeneral, der in der letzten Regierung des im Februar 2011 gestuerzten Husni Mubarak Ministerpräsident war. Er werde mit Schafik in die Stichwahl gehen, erklärte Mursi am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz in Kairo.

          Die Tageszeitung Al Ahram berichtete am Freitag zudem von großen Erfolgen des linken Kandiaten Hamdin Sabbahi. Nach dieser Auswertung kamen Abul Futuh auf 24,3 Prozent und der linke Aktivist Hamdien Sabbahi auf 18,8 Prozent der Stimmen. Die Teilergebnisse lassen darauf schließen, dass keiner der zwölf Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat. Offizielle Ergebnisse werden erst am kommenden Dienstag erwartet. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten ist auf den 16. und 17. Juni angesetzt.

          52 Millionen Ägypter waren am Mittwoch und Donnerstag dazu aufgerufen, einen Nachfolger für den im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Husni Mubarak zu wählen. Die Wahlbeteiligung lag nach inoffiziellen Angaben bei rund 50 Prozent. Die Wahl verlief weitgehend friedlich. Bei tätlichen Auseinandersetzungen vor Wahllokalen wurden nach offiziellen Angaben 61 Menschen verletzt. Ägyptische Wahlbeobachter berichteten aber auch von Stimmenkauf und Wählermanipulation in zahlreichen Wahllokalen. Beschwerden über Unregelmäßigkeiten gab es jedoch bislang nicht.

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