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Großkundgebung in Belgrad : Präsident Vucic mobilisiert zehntausende Serben für Machtdemonstration

  • Aktualisiert am

Zehntausende demonstrierten in Belgrad für den serbischen Präsidenten Vucic. Dieser hatte dafür Anhänger aus dem ganzen Land mobilisieren lassen. Bild: dpa

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic lässt Anhänger aus dem ganzen Land zu einer Großkundgebung in Belgrad transportieren. Damit reagiert er auf die anhaltenden Massenproteste der Opposition gegen seinen autoritären Regierungsstil.

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          In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben am Freitag zehntausende Menschen für Staatschef Aleksandar Vucic demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung vor dem Sitz der Nationalversammlung schwenkten serbische Fahnen und hielten Plakate mit der Aufschrift „Unterstützung für Vucic“ hoch. Mit der Massenkundgebung reagierte Serbiens starker Mann auf die seit Ende des vergangenen Jahres anhaltenden wöchentlichen Proteste der Opposition und regierungskritischer Bürger. „Ich danke Ihnen, dass Sie uns, die wir ein würdiges, modernes Serbien wollen, mehr schätzen als jene, die es nur gefährden und zerstören wollen“, sagte Vucic.

          Die Demonstranten reisten aus ganz Serbien, aber auch aus dem Kosovo, Nordmazedonien und Montenegro an. Regierungsnahe Medien sprachen von mehr als 100.000 Kundgebungsteilnehmern, unabhängige Medien gaben keine Schätzung ab. Hunderte Autobusse, die die Teilnehmer aus dem ganzen Land nach Belgrad gebracht hatten, säumten in mehreren Reihen einen kilometerlangen Boulevard im Zentrum von Belgrad. Wie Oppositionsmedien berichteten, hatten die Städte und Regionen genaue Vorgaben erhalten, wie viele Menschen sie für die Kundgebung des Präsidenten unter dem Motto „Die Zukunft Serbiens“ zu mobilisieren hatten. Nahezu alle Gemeindeverwaltungen in Serbien werden von der Vucic-Partei SNS kontrolliert.

          Vucic, der sich vom Ultranationalisten zum Pro-Europäer gewandelt hat, steht seit Monaten unter Druck. Seit Dezember gehen seine Gegner in Belgrad und anderen Städten wöchentlich auf die Straße, um gegen den aus ihrer Sicht autoritären Regierungsstil des Präsidenten zu protestieren. Zu den Protesten der kommen meist Tausende, manchmal auch Zehntausende Menschen. Sie demonstrieren gegen die Einschränkung der Medienfreiheit unter Vucic und gegen das von ihm geschürte Klima des Hasses gegen Oppositionelle und Andersdenkende. Zudem werfen sie der Regierung Korruption und die Einschränkung der freien Berichterstattung vor. Sie verlangen den Rücktritt des Präsidenten und Neuwahlen, vermochten aber bislang kein überzeugendes Programm vorzulegen.

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