https://www.faz.net/-gpf-ah8ce

Präsident Nordzyperns : „Die Türkei wird sich niemals aus Zypern zurückziehen“

Ersin Tatar in seinem Büro im Präsidentenpalast in Nikosia. Bild: Frank Röth

Ersin Tatar ist Präsident der „Türkischen Republik Nordzypern“. Er spricht im F.A.Z.-Interview über sein Nähe zum türkischen Staatschef Erdogan und seine Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung für Zypern.

          5 Min.

          Herr Tatar, Sie sagen, Gespräche über eine Überwindung der Teilung Zyperns seien Zeitverschwendung, zumal die griechischen Zyprer eine Wiedervereinigung mehrfach abgelehnt haben. Stattdessen müsse es zwei zyprische Staaten geben. Wie stellen Sie sich eine solche Zwei-Staaten-Lösung vor?

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Wir bestehen auf einer Lösung mit zwei souveränen Staaten, denn auf dieser Insel leben zwei verschiedene Völker, die eine unterschiedliche Kultur, Sprache und Religion haben. Zypern wurde 1960 von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen. Doch kaum hatte der griechisch-zyprische Präsident und Erzbischof Makarios das an sich sehr kluge Abkommen zur Unabhängigkeit unterzeichnet, da sagte er, es diene den griechischen Zyprern nur als Sprungbrett auf dem Weg zur „Enosis“, zum Anschluss an Griechenland. Es war nicht sein Ziel, Zypern zu einem erfolgreichen Staat zu machen, sondern die Insel Griechenland anzuschließen. Die türkischen Zyprer wurden verfolgt. Die Türkei hatte 1974 keine andere Wahl, als zu intervenieren. Hätte sie nicht interveniert, wären wir heute nicht mehr hier. Seit 1974 herrscht Frieden auf Zypern. Deshalb darf es keine Rückkehr in die Zeit vor 1974 geben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Im Mai hielt Jan Veil zum ersten Mal eine Rede bei einer Kundgebung.

          Beweggründe für den Protest : Wie ein Linker zu den „Querdenkern“ kam

          Jan Veil sieht sich als Linker, er kämpft für Volksentscheide und hat lange die Grünen gewählt. Seit Mai nimmt er regelmäßig an „Querdenken“-Demonstrationen teil und hält dort immer wieder Reden. Was hat ihn dazu bewogen?
          Neue Riege: Karl Lauterbach (SPD), designierter Bundesminister für Gesundheit, Svenja Schulze (SPD), designierte Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Wolfgang Schmidt (SPD), designierter Chef des Bundeskanzleramtes, Hubertus Heil (SPD), designierter Bundesminister für Arbeit und Soziales, Lars Klingbeil, Christine Lambrecht (SPD), designierte Bundesministerin der Verteidigung

          Scholz stellt SPD-Minister vor : Wer das Land regieren soll

          Olaf Scholz präsentiert die Liste der künftigen SPD-Minister. Viele Frauen und Männer aus der Partei hatten sich bemüht, manche sich geradezu penetrant beworben. Doch bis zur letzten Minute bleibt alles vertraulich.