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Frankreich : Der Präsident entdeckt das einfache Volk

Emmanuel Macron am Dienstag bei einer Veranstaltung im Elysée-Palast Bild: Reuters

Emmanuel Macron will in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit stärker auf die Ängste ärmerer Franzosen vor Migranten eingehen – und stößt damit auf Widerstand.

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          Die Gelbwesten-Krise hat Emmanuel Macron verändert, auch in der Bewertung der Einwanderungspolitik. Der französische Präsident will fortan die Ängste des „einfachen Volkes“ stärker berücksichtigen, „das mit der Einwanderung leben muss“. „Die Bourgeois haben kein Problem damit, da sie davor geschützt sind“, sagte Macron vor 300 Abgeordneten seiner Regierungsfraktion. La République en Marche! (LREM) dürfe aber keine Partei nur für bessergestellte Bürger sein. „Unter dem Vorwand, humanistisch sein zu wollen, sind wir oftmals zu lasch“, sagte er.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Rede war als Einstimmung seiner Abgeordneten auf die zweite Hälfte seiner Amtszeit gedacht. Die Presse war bei der informellen Zusammenkunft am Montagabend nicht zugelassen, doch Abgeordnete zeichneten Äußerungen auf und übermittelten den Wortlaut an Journalisten. Macrons Tabubruch bestimmte am Mittwoch die Schlagzeilen.

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