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Bidens Untersuchungsauftrag : An den Ursprung der Corona- Pandemie

Nahm die Pandemie in diesem Labor in Wuhan ihren Ursprung? Bild: AFP

Wo begann die Corona-Pandemie? Auf einem Tiermarkt oder im Virologie-Institut in Wuhan? Schon die Frage belastet das chinesisch-amerikanische Verhältnis.

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          Es war zu erwarten, dass die Führung in Peking den Auftrag Präsident Bidens an die amerikanischen Geheimdienste, die Untersuchungen über den Ursprung des Coronavirus zu verstärken, in Bausch und Bogen verdammen würde. China sieht sich als Opfer und als erfolgreicher Krisenmanager, dem es mit Entschlossenheit gelungen sei, Covid-19 in den Griff zu bekommen – während das Versagen der Vereinigten Staaten Hunderttausende Amerikaner das Leben gekostet hätte. Es steht außer Frage, dass Amerika im vergangenen Jahr die Pandemie alles andere als kompetent bekämpft hat. Und doch ist es sinnvoll, die Frage des Ursprungs des Virus zu klären, soweit das nach anfänglicher chinesischer Vertuschung möglich ist.

          Mehr als 3,5 Millionen Menschen sind bisher an dem Virus gestorben; knapp 170 Millionen haben sich damit infiziert. Die sozialen und wirtschaftlichen Schäden sind unermesslich hoch. Sie werden nicht dadurch geringer, dass klar ist, ob menschlicher Kontakt mit einem infizierten Tier oder ein Unfall in einem Viruslabor in Wuhan die schlimmste Gesundheitskrise seit hundert Jahren verursachte. Aber es ist epidemiologisch wichtig, für Forschung und Seuchenprävention; und es würde helfen, Verantwortlichkeiten festzustellen.

          Dass der frühere Präsident Trump die Laborthese propagiert, diskreditiert sie in den Augen vieler. Doch deswegen ist sie nicht von vornherein Unsinn. Schließlich ist im Wuhaner Institut für Virologie gefährliche, brisante Forschung betrieben worden, übrigens mit amerikanischen Geldern; nicht immer wurden dabei höchste Sicherheitsstandards eingehalten.

          China wird eine vollständige, transparente Untersuchung, die Washington will, nicht zulassen. Schon die Untersuchung der Kommission der WHO war weitgehend eine Farce. Mit deren Ergebnissen kann sich China nicht herausreden. Wirklich etwas untersuchen, frei und unbeaufsichtigt, konnte die Kommission nicht. Fest steht allerdings schon jetzt, dass das chinesisch-amerikanische Verhältnis weiter in den Abwärtssog gerät. Dafür sorgt schon die amerikanische Innenpolitik.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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