https://www.faz.net/-gpf-9e3gt

Migration : Ghani warnt Afghanen vor Illusionen über Deutschland

  • Aktualisiert am

Der afghanische Präsident Ashraf Ghani auf einer Pressekonferenz in Kabul Bild: Reuters

Die Straßen in Deutschland seien nicht „mit Gold gepflastert“ sagt der afghanische Präsident – und warnt seine Landsleute vor einem beruflichen und sozialen Abstieg, sollten sie auswandern.

          1 Min.

          Der afghanische Präsident Ashraf Ghani hat seine Landsleute vor falschen Hoffnungen auf schnellen Wohlstand in Deutschland gewarnt. „Es gibt den Irrglauben, die Straßen in Deutschland seien mit Gold gepflastert“, sagte Ghani der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). Viele Afghanen, die in ihrer Heimat der Mittelschicht angehören würden, verrichteten dann in Deutschland handwerkliche Tätigkeiten. Dies stelle für die Menschen einen „starken Abstieg“ dar, erklärte der Präsident.

          Angesichts der Ereignisse in Chemnitz appellierte Ghani zugleich an die Deutschen, keine pauschale Angst vor Geflüchteten zu haben. „Bitte schauen Sie auf die Afghanen, die einen Beitrag zur deutschen Gesellschaft geleistet haben“, sagte er. „Bitte verurteilen Sie nicht die gesamte Nation für ein, zwei oder drei Leute.“ Für jede Person, die einen Verstoß oder ein Verbrechen begangen habe, gebe es Hunderte, die sehr produktiv geworden seien.

          Der afghanische Präsident äußerte sich lobend über die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie habe „mit ihrem traditionellen Ansatz vernünftige Entscheidungen getroffen“, sagte er. Die Fähigkeit einer Gesellschaft, Menschen aufzunehmen, sei „viel größer, als es die Angstmacher glauben“. Deutschland sei für ihn „ein Leuchtfeuer der Hoffnung, der gesellschaftlichen Integration und des Wirtschaftswachstums, und auch des Mitgefühls – des menschlichen Mitgefühls“, betonte Ghani, der seit 2014 Präsident in Afghanistan ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Laden auf einem Parkplatz in Oslo.

          Elektroauto oder nicht? : Im Antriebsdilemma

          Taugt Norwegen für uns als Elektroauto-Vorbild? In Deutschland ist Strom abschreckend teuer. Aber auch die Abgasreinigung für Benzinmotoren kostet immer mehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.