https://www.faz.net/-gpf-8vnb2

Dutertes Drogenkrieg : Philippinisches Parlament stimmt für Todesstrafe

  • Aktualisiert am

„Leben nicht Tod“ – Demonstranten protestieren vor dem Parlament in Manila gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe. Bild: Reuters

Präsident Duterte führt einen brutalen Kampf gegen die Drogenkriminalität. Sein nächster Schlag: Hinrichtungen sollen wieder möglich sein. Doch Widerstand bleibt nicht aus.

          1 Min.

          Elf Jahre nach ihrer Abschaffung hat das philippinische Parlament mit großer Mehrheit die Wiedereinführung der Todesstrafe für Drogendelikte beschlossen. Mit dem am Dienstag verabschiedeten Gesetz will die Regierung von Präsident Rodrigo Duterte die Rauschgiftkriminalität zurückdrängen.

          Hinrichtungen sollen demnach durch den Strang, Erschießen oder eine Giftspritze durchgeführt werden. Die Strafe gilt nicht zwingend für alle Drogendelikte und auch nicht für früher unter Todesstrafe stehende Verbrechen wie Verrat oder Vergewaltigung. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen. Gegner der Todesstrafe planen eine Anfechtung vor dem obersten Gerichtshof. Sie protestierten am Dienstag vor dem Parlament gegen das Gesetz.

          Seit dem Amtsantritt von Präsident Duterte im Juni 2016 wird der Kampf gegen die Drogenkriminalität auf den Philippinen äußerst brutal geführt. Nach den amtlichen Zahlen wurden in dem südostasiatischen Inselstaat seither mehr als 2500 Verdächtige getötet. Menschenrechtler gehen von mehr als 7000 Toten aus. Immer wieder gibt es auch Vorwürfe gegen die Polizei, Unschuldige zu erschießen. Duterte brüstet sich damit, früher selbst Drogenkriminelle getötet zu haben.

          Philippinen : Schärfste Duterte-Kritikerin verhaftet

          Weitere Themen

          EU besteht auf Einhaltung des Vertrages Video-Seite öffnen

          Vakzin-Streit mit Astrazeneca : EU besteht auf Einhaltung des Vertrages

          Die EU besteht im Streit mit dem Pharma-Unternehmen Astrazeneca darauf, mit Impfstoff auch aus britischen Werken beliefert zu werden. Nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ können beim Metzger um die Ecke, aber nicht bei dieser Vereinbarung gelten, sagte EU-Kommissarin Stella Kyriakides.

          Topmeldungen

          Corona-Teststation auf der Insel Ibiza

          Neues Corona-Medikament : Die Herbstzeitlose gibt Hoffnung

          In einer großen Covid-19-Studie soll der Pflanzenwirkstoff Colchicin überzeugt haben. Mit ihm wäre ein leicht verfügbares und preiswertes Mittel im Kampf gegen die schweren Krankheitsverläufe gefunden.

          Vendée Globe : Herrmann kollidiert mit Fischerboot – Dalin als Erster im Ziel

          Bei der härtesten Segelregatta der Welt überfährt Charlie Dalin als Erster die Ziellinie. Und dennoch ist der Franzose wohl nicht Sieger der Vendée Globe. Boris Herrmann entgeht auf der Jagd nach dem Podium nur knapp einer Katastrophe.

          Kulturkampf von oben : Frankreich streitet über seine Karikaturisten

          Vor einer Woche führte ein Dialog zweier Pinguine zum Shitstorm bei „Le Monde“. Jetzt zeichnen Frankreichs Karikaturisten auffällig brav. Zugleich bezichtigt ein Medienkritiker die Zunft des Kulturkampfs gegen Minderheiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.