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Neue Reisebeschränkungen : Werden die Briten zu Gesundheitsfundamentalisten?

Da war es noch grün: Strandfotos in Albufeira, Portugal, am 4. Juni Bild: Reuters

Boris Johnson setzt Portugal auf die „gelbe Liste“, um das Einschleppen einer neuen Virusvariante zu verhindern. Kritik kommt von der portugiesischen Regierung – aber auch aus dem eigenen Land.

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          Portugal war das einzige klassische Reiseland Europas, das die Briten (seit Mitte Mai) besuchen durften. Mehr als 10.0000 machten sich in den vergangenen zwei Wochen auf den Weg, viele mehr buchten dort ihren Urlaub für den Sommer. Jetzt kündigte die Regierung in London überraschend an, Portugal von Dienstag an auf die „gelbe Liste“ zu setzen. Wer nicht rechtzeitig zurück ist, muss in zehntägige Quarantäne und mehrere hundert Euro teure Testpakete kaufen. „Gelbe Länder“ (wie auch Deutschland) sollen laut Regierung nur in „extremen Umständen“ aufgesucht werden. Der viel gefeierte „Impferfolg“ hat zumindest für Reisende nichts gebracht, im Gegenteil. Im vergangenen Sommer war das Reisen weniger beschwerlich.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Nicht nur Betroffene und Tourismusunternehmen äußern sich empört. Die portugiesische Regierung hielt London „Gesundheitsfundamentalismus“ vor. Die Lage rechtfertige die strenge Maßnahme nicht, hieß es. Das sieht die Regierung von Premierminister Boris Johnson anders. Mehrere Minister begründeten den Schritt am Freitag mit der jüngsten Verdopplung des Inzidenzwerts in Portugal auf 66 – Großbritannien liegt noch unter 40 – und der Gefahr einer neuen Variante, die Rückkehrer eingeschleppt hätten. Bei dieser sogenannten Nepal-Variante handelt es sich um eine Mutation („Delta+K417N“) der indischen Variante. Über diese wisse man zwar noch wenig, aber sie gebiete Vorsicht.

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