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Migranten auf Weg nach Amerika : Pompeo: Sie haben keine Chance

Amerikas Außenminister Mike Pompeo (hier am Dienstag in Washington) will keinen der Migranten an der Südgrenze ins Land lassen. Bild: AFP

Amerikas Regierung droht den Tausenden Migranten, die in Richtung der amerikanischen Grenze marschieren. Die Mittelamerikaner schreckt das nicht ab. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk sind viele asylberechtigt.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Die Vereinigten Staaten haben Tausende in Richtung ihrer südlichen Grenze marschierende Migranten aus Mittelamerika zur Rückkehr aufgefordert und eine Einreise kategorisch ausgeschlossen. „Sie werden keinen Erfolg darin haben, illegal in unser Land zu kommen“, sagte Amerikas Außenminister Mike Pompeo am Dienstag (Ortszeit) in Washington.

          Er rief die mexikanische Regierung dazu auf, die Menschen zu stoppen. Auch Präsident Donald Trump machte den Migranten keine Hoffnung: „Ich lasse sie nicht rein. Sie kommen nicht rein.“

          Laut dem amerikanischen Ministerium für Innere Sicherheit sind nicht nur Mittelamerikaner auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, sondern auch Menschen aus Afrika, Südasien und dem Nahen Osten. Zuvor hatte auch Trump behauptet, dass Unbekannte aus dem Nahen Osten sich unter die Gruppe gemischt hätten.

          Keine Belege für Trumps Behauptungen

          Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat nach eigenen Angaben allerdings keine Hinweise darauf. Und auch Trump musste am Dienstag auf Nachfragen von Reportern einräumen, keine Belege für seine Behauptung zu haben. „Aber es könnte sehr gut sein“, sagte er im Weißen Haus. Bei einer Veranstaltung am Abend wiederholte Trump seine Drohung, das amerikanische Militär an der Grenze zu Mexiko einzusetzen.

          Auf ihrem Weg Richtung amerikanischer Grenze legten am Dienstag Tausende Migranten einen Stopp in der südmexikanischen Stadt Huixtla ein. Die Frauen, Männer und Kinder versammelten sich auf dem Hauptplatz der Stadt, um neue Kräfte für den Marsch zu schöpfen. Sie erhielten medizinische Versorgung und Essen.

          „Wir sind froh und glücklich, das mit unseren Brüdern zu machen“, sagte Israel Hernandez, Mitglied einer adventistischen Kirche in Huixtla, der an die Menschen Brot und Kaffee verteilte. Andere Helfer gaben Kleidung an die Migranten aus.

          Von Huixtla aus sind es noch mehr als 1000 Kilometer bis in die Hauptstadt Mexiko-Stadt und weitere rund 2700 Kilometer nach Tijuana an der Grenze zu den USA. Die Gruppe hatte Huixtla in der Nacht zum Dienstag erreicht und unter freiem Himmel geschlafen. Am Mittwoch wollte sie in Richtung der rund 40 Kilometer entfernten Gemeinde Mapastepec aufbrechen.

          Die Gesamtzahl der Migranten ist nach UNHCR-Angaben unklar, weil der Marsch sich inzwischen in verschiedene Ströme geteilt hat. Schätzungen gingen von bis zu 7000 Menschen aus.

          Unterdessen machte sich eine weitere Migranten-Gruppe aus Honduras auf den Weg, um Mexiko zu erreichen. Er erwarte rund 3000 Menschen, erklärte ein Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft Casa del Migrante in Guatemala-Stadt. Eine genaue Zahl dazu, wie viele Menschen auf dem Weg in die guatemaltekische Hauptstadt seien, gebe es aber nicht.

          Viele der Migranten sind nach Überzeugung des UNHCR asylberechtigt. „Menschen, die vor Verfolgung und Gewalt fliehen, müssen die Chance haben, Asyl zu beantragen“, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards in Genf. Das UNHCR konzentriere sich zurzeit auf den Süden Mexikos und habe bislang keine besonderen Vorkehrungen für die Region nahe der US-Grenze getroffen. Einige Menschen seien inzwischen zurückgekehrt, andere hätten in Mexiko Asyl beantragt.

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