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Pompeo bei Netanjahu : An Israels Seite

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag in Jerusalem Bild: dpa

Ausgerechnet in der Woche von Trumps Nominierung als Präsidentschaftskandidat besucht der amerikanische Außenminister Jerusalem. Nur ein Zufall?

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          Zu Beginn einer Woche, die aus amerikanischer Sicht von der abermaligen Kür Donald Trumps zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner geprägt wird, macht Außenminister Pompeo Station in Israel. Zufällige Überschneidung? Vielleicht; jedenfalls kann Trumps Anhängern und den amerikanischen Wählern generell nahegebracht werden, wie fest der Präsident an der Seite Israels steht.

          Überdies können seine Vermittlungskünste gefeiert werden: die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Viel zu feiern gibt es außenpolitisch ansonsten ja nicht. Aber die Annäherung zwischen Israel und dem Golf-Staat ist schon ein Coup, der in der Sache neue Realitäten widerspiegelt und sich überdies politisch vermarkten lässt.

          Klar, dass es der amerikanischen Regierung da nur recht wäre, wenn weitere arabische Länder die selbstauferlegte Kontaktsperre zu Israel durchbrächen und das verkrustete Schema der nahöstlichen Politik überwänden. Aber so schnell wie schon gemutmaßt werden weitere Annäherungen nicht zu vermelden sein, sosehr sich Pompeo in Sudan und in Bahrein dafür starkmachen wird.

          Auch Saudi-Arabien wird es nicht so eilig haben, Iran hin oder her. Um den großen Preis einzusammeln, müsste Israel mehr tun, als (vorübergehend) auf die Annexion besetzter Gebiete zu verzichten. Dennoch: Die neue Dynamik in Nahost wird sich die Regierung Trump gutschreiben.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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