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Liberaler Katholik in Polen : Der Priester, der die Kirche kritisiert

Debattenfreudig auch im hohen Alter: der liberale polnische Priester Adam Boniecki Bild: Picture-Alliance

Adam Boniecki hat sein Leben in den Dienst der polnischen Kirche gestellt. Doch weil er Kritik an Polens Regierung übte und einen Black-Metal-Musiker verteidigte, hat ihm der Marianerorden Redeverbot erteilt.

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          Inzwischen geht er am Stock. Aber nur ganz leicht gebeugt. Wo die Beine es nicht mehr schaffen, helfen ihm die Hände: Adam Boniecki, Jahrgang 1934, sitzt immer noch am Steuer und fährt durch die Gegend. Ein leidenschaftlicher Automobilist, sagt man von ihm. Aber nicht dafür ist er bekannt geworden, sondern wegen anderer Berufe und Berufungen: Adam Boniecki war und ist mit seinen 86 Jahren noch als Priester und als Journalist aktiv. Ein Doppelleben, das er als Glück empfindet, wie er sagt. Unter den wenigen katholischen Geistlichen, die in Polen in offenen Konflikt mit der Amtskirche gerieten und dafür mit einem Redeverbot gegenüber den Medien bestraft wurden, ist er der älteste und der bekannteste.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Adam Boniecki, ein Weggefährte des polnischen Papstes Johannes Paul II., ist heute in vielen Fragen ein „liberaler“ Kritiker der Kirche, aber von innen. Offenbar auch ein gefährlicher – so dass ausgerechnet der Orden, den Boniecki als „General“ im Vatikan selbst sieben Jahre lang leitete, ihn mit einem Maulkorb bestraft hat. Aber zugleich ist er ein Mann, dem viele weiterhin zuhören wollen. Der Dokumentarfilm „xABo“ der jungen Regisseurin Aleksandra Potoczek lief im Sommer in den polnischen Kinos an. Der Titel, das sind, leicht abgewandelt, die Initialen von „Pfarrer Adam Boniecki“. Es ist bereits der zweite Film über ihn.

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