https://www.faz.net/-gpf-9r6gg

Demos gegen Peking : Polizei trennt Protestler in Hongkong

  • Aktualisiert am

Pro-China-Demonstranten und Demokratieaktivisten treffen in Hongkong aufeinander. Bild: Reuters

Trotz des Verbots von Demonstrationen in Hongkong kam es zu kleineren Aktionen. Dabei gab es Auseinandersetzungen zwischen Pro-China-Demonstranten und Demokratieaktivisten. Die Polizei musste dazwischengehen.

          1 Min.

          Demonstrationsverbote und eine massive Polizeipräsenz haben am Samstag in Hongkong größere Proteste von Regierungsgegnern verhindert. Bei kleineren Aktionen, die Peking-freundliche Kräfte mit roten chinesischen Nationalflaggen zum Teil in Einkaufszentren wie der Amoy Mall organisiert hatten, kam es auch zu Handgreiflichkeiten und Rangeleien mit china-kritischen Demonstranten. Es gab eine nicht bekannte Zahl von Festnahmen.

          Einen geplanten Marsch in Tin Shui Wan nahe der Grenze zu China hatte die Polizei nicht genehmigt. Trotz des Verbots kamen einige Hundert Demonstranten. „Viele Leute haben Angst, gegen Gesetze zu verstoßen, so sind sie nicht gekommen“, sagte ein Teilnehmer. Der Protestzug löste sich schnell auf, als er auf Sicherheitskräfte stieß. Die Polizei hatte ein Großaufgebot mobilisiert.

          Einige pro-chinesische Demonstranten in hellblauen T-Shirts mit der Aufschrift „Ich liebe die Hongkonger Polizei“ gingen in der Gegend von Fortress Hill zum Teil mit ihren Fahnenstangen und Fußtritten auf Zuschauer oder mögliche china-kritische Demonstranten los, wie in einem Video des öffentlichen Senders RTHK zu sehen war. Wie die Zeitung „South China Morning Post“ berichtete, kam es auch in einer U-Bahnstation zu Handgemengen.

          Eine für Sonntag geplante Großdemonstration hat die Polizei aus Sicherheitsgründen verboten. Seit mehr als vier Monaten kommt es in Hongkong zu Protesten gegen die dortige Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss auf Hongkong. Im Anschluss an die Demonstrationen ist es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.

          Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber – anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik – Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Viele fordern auch freie Wahlen, wie sie ihnen einst in Aussicht gestellt worden waren.

          Weitere Themen

          G7-Gipfel im nächsten Jahr doch nicht in Trump-Hotel

          Twitter : G7-Gipfel im nächsten Jahr doch nicht in Trump-Hotel

          Dies gab Donald Trump auf seinem Twitter-Account bekannt. Der Präsident der Vereinigten Staaten musste zuvor heftige Kritik für seine Entscheidung einstecken, den G-7-Gipfel in seinem Hotel in Miami ausrichten zu wollen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.