https://www.faz.net/-gpf-7poew

Türkischer Außenminister : Deutschland soll Provokationen gegen Erdogan verhindern

  • Aktualisiert am

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu verbittet sich Provokationen gegen seinen Chef Bild: AFP

Pöbeleien gegen Ministerpräsident Erdogan? Zumindest der türkische Außenminister will das in Köln nicht sehen. Er sieht die deutsche Polizei in der Pflicht.

          1 Min.

          Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hat die Sicherheitsbehörden in Köln aufgefordert, Provokationen gegen den Besuch von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an diesem Samstag zu verhindern. „Wenn manche provozieren wollen, dann ist das anormal und illegal“, sagte Davutoglu. Die Türkei erwarte von ihren „deutschen Freunden“, dass dies verhindert werde.

          In einem Gespräch mit Journalisten in Ankara erklärte der Außenminister ferner, Erdogans Besuch in Deutschland sei „äußerst normal“. Erdogan habe in der Vergangenheit die Bundesrepublik besucht und werde das auch in Zukunft tun.

          Polizei erwartet Zehntausende Gegendemonstranten

          Der türkische Premierminister will in der Lanxess-Arena in Köln vor mehreren tausend Anhängern sprechen. Offizieller Anlass ist das zehnjährige Gründungsjubiläum der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die Erdogans Regierungspartei AKP unterstützt. Tatsächlich aber bietet sich Erdogan vor allem die Gelegenheit, mit Blick auf die türkische Präsidentenwahl im August für sich zu werben, weil die rund 1,5 Millionen türkischen Wähler in Deutschland zum ersten Mal in der Bundesrepublik ihre Stimme abgeben dürfen. Der 60 Jahre alte Erdogan gilt als Favorit für die Wahl, auch wenn er seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt hat.

          Mehrere deutsche Politiker hatten Erdogans geplanten Auftritt in Köln kritisiert. Erdogan selbst bekräftigte am Freitag abermals, er halte an dem eintägigen Besuch fest. Gegen die Visite des türkischen Ministerpräsidenten wollen zehntausende Menschen demonstrieren.

          „Ein kostspieliges Wochenende für den deutschen Steuerzahler“

          Auch die Unionsspitze hat sich kritisch zum geplanten Auftritt Erdogans geäußert. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erinnerte an dessen Äußerung nach den jüngsten Kommunalwahlen in der Türkei, er wolle seine Gegner „bis in ihre Höhlen verfolgen“. Dazu sagte Scheuer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das seien nicht die Worte und Bilder von Demokraten. „Aufgrund seines Verhaltens hat Erdogan sehr viele Gegner in Deutschland. Wir lassen uns nicht verfolgen, sondern schauen ihm genau auf die Finger und werden seine Politik kritisieren.“

          Der CSU-Generalsekretär sagte einen „heißen Samstag mit Erdogan-Show und Gegendemo in Köln“ voraus, der durch den Großeinsatz der Polizei „ein kostspieliges Wochenende für den deutschen Steuerzahler“ werde.

          Weitere Themen

          In der Krise wächst die Paranoia

          Repressionen in Russland : In der Krise wächst die Paranoia

          Corona, eine schwache Wirtschaft und Proteste: Wladimir Putins Machtapparat sieht sich in Russland vielen Krisen ausgesetzt. Und erhöht deswegen den Druck auf Opposition und Zivilgesellschaft.

          Repräsentantenhaus stimmt für Marihuana Video-Seite öffnen

          Legalize it! : Repräsentantenhaus stimmt für Marihuana

          Das von den Demokraten in der Mehrheit besetzte Repräsentantenhaus hat für die Legalisierung von Marihuana auf Bundesebene gestimmt. Die Parlamentskammer verabschiedete am Freitag die Gesetzesvorlage, die auch vorsieht, auf Cannabis eine fünfprozentige Bundessteuer zu erheben.

          Wählen in Zeiten der Pandemie

          FAZ Plus Artikel: Superwahljahr 2021 : Wählen in Zeiten der Pandemie

          Den Anfang im „Superwahljahr“ 2021 machen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit ihren Landtagswahlen. Die Zahl der Briefwähler wird in Corona-Zeiten wohl höher sein denn je. Das finden nicht alle gut.

          Topmeldungen

          Langer Winter: Zwei Polizisten am Mittwoch auf dem Roten Platz in Moskau

          Repressionen in Russland : In der Krise wächst die Paranoia

          Corona, eine schwache Wirtschaft und Proteste: Wladimir Putins Machtapparat sieht sich in Russland vielen Krisen ausgesetzt. Und erhöht deswegen den Druck auf Opposition und Zivilgesellschaft.
          Maye Musk ist die Mutter des Unternehmers Elon Musk. Am Donnerstag erscheint ihre Autobiographie „Eine Frau, ein Plan“.

          Maye Musk : „In unserer Familie nimmt niemand frei“

          Wer Elon Musk verstehen möchte, muss seine Mutter Maye kennen lernen. Im Interview spricht sie über Abenteuertouren in der Wüste, ihre Modelkarriere mit 70 und wie sie einst aus Armut auf Dates verzichtete.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.