https://www.faz.net/-gpf-8yinw

London im Schock : Die Rückkehr des Terrors

  • Aktualisiert am

Eine Spezialeinheit des britischen Militärs landete auf der London Bridge. Bild: AP

Sieben Tote, 48 Verletzte, drei erschossene Attentäter – innerhalb von acht Minuten haben Terroristen, die der Islamische Staat geschickt haben will, in der britischen Hauptstadt ein Massaker angerichtet.

          Es war kurz nach 22 Uhr, als ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine ahnungslose Gruppe Passanten fuhr. Danach stürmten drei Männer aus dem Wagen und fingen an, wahllos auf Passanten einzustechen. Knapp zwei Wochen nach dem Selbstmordattentat in Manchester und wenige Tage vor der Parlamentswahl war der Terror nach Großbritannien zurückgekehrt.

          48 Menschen wurden verletzt in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.  Einem Polizisten wurde nach Polizeiangaben ins Gesicht gestochen. Er soll nach Angaben des Nachrichtensenders Sky News am Samstagabend als Erster zum Tatort geeilt sein. Er habe sich dann den drei Attentätern in den Weg gestellt. Laut BBC wurden die drei mutmaßlichen Attentäter nur acht Minuten nach dem ersten Notruf von der Polizei erschossen.

          In dieser kurzen Zeitspanne gelang es den Angreifern jedoch, nach Süden Richtung Borough Market zu laufen. CNN zufolge drangen zwei Männer in ein Restaurant ein und stachen einer Kellnerin in den Hals und einem Mann in den Rücken. „Das war wie ein Amoklauf“, zitierte die BBC einen Zeugen. Die Täter hätten gerufen: „This is for Allah“. Die Angreifer hatten Sprengstoffgürtel umgeschnallt, die sich jedoch später als Attrappen entpuppten. Die Londoner Polizei hat nach eigenen Angaben die drei Attentäter identifiziert. Die Namen würden veröffentlicht, „sobald es die Ermittlungen erlauben“, teilte sie am Montagmorgen mit.

          Die Polizei riegelte die London Bridge und den nahe gelegenen Borough Market ab und rief die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und die Gegend zu meiden. Die Beamten gehen davon aus, dass es neben den drei erschossenen Verdächtigen keine weiteren Angreifer gab. Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley.

          Ausländer unter den Opfern

          Unter den Verletzten sind Deutsche. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Sonntag mitteilte, befindet sich darunter auch eine schwer verletzte Person. Unter den Schwerverletzten sind außerdem auch zwei Polizeibeamte. Es sind zahlreiche Ausländer unter den Opfern: Ein Toter stammt aus Kanada,  wie der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau am Sonntagnachmittag mitteilte. Ein schwerverletzter Neuseeländer sei stundenlang operiert worden, berichtete BBC. Unter den sieben Todesopfern ist auch ein Franzose, ein weiterer wird noch vermisst. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will am Montag nach London reisen, um dort Angehörige der französischen Opfer des Anschlags zu treffen, wie aus seinem Umfeld verlautete.

          Die Polizei wurde bei ihrem Einsatz Medienberichten zufolge von einer Spezialeinheit des britischen Militärs unterstützt, die nach den Anschlägen von Paris 2015 ins Leben gerufen wurde. Die Eliteeinheit untersteht dem Kommando des Innenministeriums, und ist speziell dafür ausgebildet, bei Anschlägen Terroristen auszuschalten.

          Weitere Themen

          Von wegen Baseball auf Valium

          Kricket-WM : Von wegen Baseball auf Valium

          England gewinnt zum ersten Mal die Kricket-WM und hofft auf einen Schub. Entgegen seines langweiligen Rufs entfachte das Finale Hochspannung und Begeisterung für das Spiel.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.