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Polens Präsident im Gespräch : „Die Ukraine verteidigt auch Deutschland“

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda, fotografiert 31. Juli 2022 in Warschau Bild: Marta Kusmierz

Im F.A.Z.-Interview schildert der polnische Präsident Andrzej Duda, wie Angela Merkel auf seine Einwände gegen Nord Stream reagierte und was sich Polen vom Panzer-Ringtausch erhofft hat.

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          Herr Präsident, wie gefährlich ist Russland für Polen und Balten? Einer Ihrer Vorgänger sagte während des russisch-georgischen Krieges 2008: „Heute ist Georgien dran, morgen die Ukraine, übermorgen die baltischen Staaten und eines Tages vielleicht Polen.“

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Was Präsident Lech Kaczyński damals in seiner Rede in Tiflis gesagt hat, entsprang einer tiefen Kenntnis von Politik und Geschichte. Wie ist die Lage heute? Heute verteidigt die Ukraine Polen, Europa, also auch Deutschland. Sollte die Ukraine mit ihrem heldenhaften Widerstand den imperialen Plänen Putins nicht standhalten, wären Polen und die baltischen Staaten direkt von einer weiteren Ausweitung der russischen Einflusssphäre auf Mitteleuropa bedroht. Die russischen Ideen, von denen wir reden, sind übrigens nicht nur Ideen Wladimir Putins; ein großer Teil der russischen Gesellschaft ist von ihnen durchdrungen, dort sprechen Journalisten von einem Russland, das bis zur polnischen Stadt Kalisz reicht. Es sind großrussische Ideen, in denen es darum geht, sich andere Völker unterzuordnen. Dank der Ukraine ist diese Gefahr heute eingedämmt. Aber ich denke, dass diese Gefahr leider in der Zukunft aktuell werden wird.

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