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Polen vor der Stichwahl : Jetzt kommt es auf die Verlierer an

Die Wahlbeteiligung in Polen war trotz Pandemie am Sonntag hoch: Sie lag bei 64,4 Prozent. Bild: EPA

Bei der Präsidentenwahl in Polen müssen Amtsinhaber Duda und der liberale Trzaskowski in die Stichwahl. Wem gelingt es, mehr Wähler aus den Lagern der ausgeschiedenen Kandidaten abzuwerben?

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          Die Orte, an denen Präsident Andrzej Duda und sein Herausforderer Rafal Trzaskowski den Wahlabend verbrachten, hätten nicht verschiedener sein können. Der Amtsinhaber feierte in Lowicz. Die mittelpolnische Kleinstadt ist die Heimat der beliebtesten Volkstrachten Polens; dementsprechend waren auch einige Frauen in dieser farbenfrohen Kleidung auf der Bühne. Dazu „Disco-Polo“, die Popmusik für den Massengeschmack. „Hier ist Lowicz, hier ist Polen, mehr noch, hier ist das Herz Polens“, rief Duda seinen Anhängern zu. Duda, der Präsident des kleinen Mannes: Nicht zufällig bekam der Politiker, der aus der nationalkonservativen Regierungspartei PiS kommt, in Lowicz und Umgebung – wie fast überall in der Provinz – besonders gute Ergebnisse.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Rafal Trzaskowski dagegen, wie Duda 48 Jahre alt, seit zwei Jahren Bürgermeister von Warschau und Kandidat der liberalen Bürgerplattform (PO), feierte in der Hauptstadt: in der „Elektrownia“, am Weichselufer gelegen. Das Elektrizitätswerk war 1904, noch unter russischer Besatzung, von den deutschen Firmen AEG und Siemens gebaut worden und ist erst kürzlich renoviert und als Wohn-, Einkaufs- und Unterhaltungszentrum mit viel Stahl und Glas neu eröffnet worden. Gespielt wurde der Schlager „Es wird alles noch wunderbar, es wird alles normal“.

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