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Biden und Nord Stream 2 : Polens neue Sorgen mit Amerika

Nur eine kurze Begegnung: Polens Präsident Andrzej Duda und Joe Biden während des Nato-Gipfels in Brüssel am 14. Juni 2021 Bild: Reuters

Polen ist nicht das einzige Land, in dem Washingtons Kehrtwende zur Gaspipeline schlecht aufgenommen worden ist. Aber Warschau hat hausgemachte Gründe, sich ganz besonders getroffen zu fühlen.

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          Joe Bidens Entgegenkommen an Deutschland im Streit über die Gaspipeline Nord Stream 2 ist in Polen, den baltischen Staaten und der Ukraine gleichermaßen schlecht aufgenommen worden. Der Grund dafür ist nicht nur, dass damit die Hoffnung zerstoben ist, das russische Projekt, in dem diese Länder zu Recht eine Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit und der ganz Europas sehen, werde letztlich am Widerstand der Vereinigten Staaten scheitern. Dass sie in diese Gespräche nicht einbezogen waren und angeblich sogar – wie Polens Außenminister behauptet – aus den Medien davon erfahren haben, hat in den osteuropäischen Hauptstädten die Furcht vor Kompromissen aufkommen lassen, die über sie hinweg und auf ihre Kosten geschmiedet werden.

          In Warschau kommt eine weitere Sorge hinzu, die die nationalkonservative Regierung nun mit wenig überzeugenden Argumenten zu zerstreuen versucht: dass die Position des Landes dadurch geschwächt worden ist, dass die Regierung in Warschau sogar nach der Wahlniederlage Donald Trumps noch dessen Nähe gesucht hat – und dass Biden, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, auch darauf achtet, wie es bei den Bündnispartnern um die Demokratie steht. In Polen ist genau registriert worden, dass es in Brüssel ein Treffen Bidens mit den Präsidenten der baltischen Staaten gab, die da keine Gründe zu Zweifeln liefern, während ihm Polens Präsident Duda nur einige Minuten auf den Fluren wert war.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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