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PKK : Warnschüsse

Verheerender Anschlag: Vor der Polizeiwache im türkischen Gaziantep nahe der syrischen Grenze detonierte eine Autobombe. Die Tat wird einem Ableger der PKK zugeschrieben Bild: AFP

Die Kurden gehörten bei den Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg zu den Verlierern. Nach dem Krieg im Irak und durch die Syrienkrise könnten sie nun an Unabhängigkeit gewinnen - wäre da nicht ihr radikaler Ableger in der Türkei.

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          Die Kurden gehörten bei den Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg zu den Verlierern. Die Kolonialmächte verweigerten ihnen einen eigenen Staat. Ein Jahrhundert später zählen sie zu den Gewinnern. Erst gab ihnen der Sturz von Saddam Hussein im Nordirak eine Autonomie, die sie zielstrebig ausbauen. Nun verspricht ihnen der Zusammenbruch des Assad-Regimes auch in Syrien Selbstverwaltung.

          Im kurdischen Nordosten Syriens hat jedoch ein Ableger der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) das Sagen. So verschiebt der Krieg in Syrien auch in der Türkei das Gleichgewicht zwischen Regierung und Kurden. Das Tauwetter der ersten Amtsjahre von Ministerpräsident Erdogan ist einer Eiszeit gewichen. Nun leiten das Machtvakuum in Syrien und die Repression in der Türkei Wasser auf die Mühlen der PKK.

          Die Entführung eines Abgeordneten und der Anschlag in Gaziantep - der erste große seit Jahren - sind Warnschüsse: Entweder gewinnt die Regierung in Ankara die Kurden zurück, indem sie ihnen Selbstverwaltung zugesteht, oder sie wird Wegbereiter des Separatismus auch in der Türkei.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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