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Piraterie : Reeder fordern Soldaten auf ihren Handelsschiffen

  • Aktualisiert am

Der Frachter „Beluga Nomination” der Bremer Reederei Beluga Shipping wurde am vergangenen Montag im Indischen Ozean gekapert Bild: dapd

Die deutschen Reeder haben die Bundesregierung angesichts der sich häufenden Fälle von Piraterie vor dem Horn von Afrika aufgefordert, mehr für den Schutz der Handelsschiffahrt zu tun. Soldaten oder Polizisten sollen Frachter durch das gefährdete Seegebiet vor der Küste Somalias begleiten.

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          Angesichts der sich immer weiter ausbreitenden Piraterie vor dem Horn von Afrika und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft der zumeist somalischen Seeräuber verstärken die deutschen Reeder den Druck auf die Bundesregierung, aktiver zum Schutz der Handelsschifffahrt beizutragen. „Es ist höchste Zeit, entschlossen zu handeln, bevor es noch mehr tote Seeleute auf deutschen Handelschiffen gibt“, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes Deutscher Reeder.

          In der vergangenen Woche war ein Besatzungsmitglied des Frachtschiffes „Beluga Nomination“ offenbar während eines Tumultes an Bord des Schiffes von Piraten getötet worden. Möglicherweise hat es weitere Opfer unter den Seeleuten gegeben. Die Reeder fordern, dass Soldaten oder Polizisten der Staaten, die sich - wie Deutschland - an der EU-Operation „Atalanta“ beteiligen, die Handelsschiffe an Bord auf ihren Passagen durch das gefährdete Seegebiet vor der Küste Somalias begleiten.

          Der Verband hatte sich kürzlich auf einem Treffen mit Vertretern der Bundesregierung zu einer finanziellen Beteiligung bereit erklärt. Die Bundesregierung - vertreten durch ihren maritimen Koordinator, den Parlamentarischen Staatssekretär Otto (FDP) - hält das jedoch für unvereinbar mit dem „Atalanta“-Mandat - angesichts von 17.000 Passagen alleine von Schiffen deutscher Reeder durch das gefährdete Gebiet. Stattdessen sollten die Schiffseigner erwägen, diesen Seeraum ganz zu meiden und die Route um die Südspitze Afrikas zu nehmen, sagte Otto am Montag dieser Zeitung. „Im Extremfall müssen wir darüber nachdenken, ob eine Sperrung des Seeraums verfügt werden muss.“ Eine solche Maßnahme müsste aber international abgestimmt werden.

          Die „Beluga Nomination“ hat keine Deutschen an Bord

          Die jüngsten Angriffe auf Schiffe deutscher Reeder haben sich tief im Indischen Ozean ereignet. Die „Beluga Nomination“ wurde 800 Seemeilen nördlich der Seychellen gekapert. Am Freitag gab es auch einen Angriff auf die ebenfalls einer deutschen Reederei gehörende „New York Star“. Er konnte allerdings abgewehrt werden. Beide Schiffe fahren nicht unter deutscher Flagge und haben keine deutschen Staatsangehörigen an Bord.

          Die „Beluga Nomination“ gehört der Bremer Reederei Beluga Shipping. Deren Chef Niels Stolberg bestätigte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass die Piraten den Bootsmann des Schiffs erschossen haben. Darüber hinaus könnte es aber noch weitere Opfer gegeben haben: „Wir machen uns große Sorgen. Es kann sein, dass zwei weitere Seeleute ums Leben gekommen sind, entweder auf der Flucht ertrunken oder erschossen von den Piraten. Wir befürchten das Schlimmste“, sagte Stolberg. Die Gewaltbereitschaft der Seeräuber habe extrem zugenommen. „Wir reden hier nicht über Piraterie, das ist Terrorismus“, sagte Stolberg. Er forderte stärkere Unterstützung durch die Politik. Die Handelswege müssten besser geschützt werden. „Wir sind gerne bereit, uns an den Kosten zu beteiligen.“

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