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Piraterie : Millionen Lösegeld für griechischen Supertanker

  • Aktualisiert am

Archivbild des griechischen Tankers Bild: AFP

Somalische Piraten haben den griechischen Tanker „Maran Centaurus“ gegen ein Lösegeld von mehreren Millionen Dollar freigegeben. Nach inoffiziellen Angaben war es das höchste Lösegeld, das bislang für ein Schiff bezahlt wurde.

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          Somalische Piraten haben am Montag den griechischen Tanker „Maran Centaurus“ mit 28 Besatzungsmitgliedern gegen ein Lösegeld von mehreren Millionen Dollar freigegeben. Zwar nannte die griechische Reederei „Maran Tankers Management“ in Athen keine Zahlen. Der für gewöhnlich gut unterrichtete Leiter des kenianischen „Vereins zur Unterstützung von Seeleuten“, Andrew Mwangura, nannte indes eine Summe zwischen fünf und sieben Millionen Dollar. Das wäre das höchste Lösegeld, das bislang für ein Schiff bezahlt wurde. Im vergangenen Jahr war für den ähnlich großen saudischen Tanker „Sirius Star“ ein Lösegeld von drei Millionen Dollar bezahlt worden.

          Das Lösegeld war am Sonntag aus einem Flugzeug heraus über dem Deck der „Maran Centaurus“ abgeworfen worden. Die Verteilung der Beute hatte offenbar prompt zu Streitigkeiten unter den Piraten geführt. Erst am Montagmorgen hatte nach Angaben aus Mombasa der letzte Pirat das Schiff verlassen. Gerüchte, wonach die Piraten jedem der 28 Besatzungsmitglieder 500 Dollar für „gute Kooperation“ gezahlt haben sollen, bestätigten sich bislang nicht. Der griechische Tanker sei nun unter Geleitschutz auf dem Weg in die südafrikanische Hafenstadt Durban, bestätigte ein Sprecher der Antipiratenmission der EU, Atalanta.

          Die „Maran Centaurus“ war Ende November vergangenen Jahres auf ihrem Weg vom saudischen Jeddah nach New Orleans fast 1300 Kilometer vor der somalischen Küste unweit der Seychellen angegriffen und geentert worden. Das „Mutterschiff“ der Piraten, von dem aus sie den Angriff so weit vor der Küste gestartet hatten, wurde nie aufgebracht. Die 332 Meter lange „Maran Centaurus“ war nach der saudischen „Sirius Star“ das zweitgrößte Schiff, das die Piraten je geentert haben. Der griechische Supertanker war zum Zeitpunkt seiner Entführung mit zwei Millionen Fass Rohöl im Wert von rund 150 Millionen Dollar beladen. Das entspricht ungefähr der Tagesproduktion Nigerias.

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