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Phishing-Attacken : Cyber-Alarm kurz vor der Wahl

  • -Aktualisiert am

„Ghostwriter“ heißt die mutmaßliche russische Kampagne für Cyberangriffe, gegen die die EU protestiert. Bild: Reuters

Die EU beschwert sich zwei Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland über russische Hackerangriffe. Was soll das heißen?

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          Die Cyberangriffe, mit denen Russland Spionage und Desinformation in westlichen Ländern betreibt, sind seit vielen Jahren ein Beleg dafür, dass der Kreml die alten KGB-Methoden höchst erfolgreich ins digitale Zeitalter überführt hat. Zu den bevorzugten Zielen gehören selbst Länder wie Deutschland, die ihr Schicksal mit dem russischen über Gasleitungen verbunden haben.

          Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat die Bundesregierung die EU nun zu einer gemeinsamen Stellungnahme gegen den jüngsten Feldzug russischer Staatshacker bewegt. Soll das heißen, dass man in Berlin in Sorge ist um die Integrität der Wahl? Ein bisschen mehr wüsste man schon gerne über die Ermittlungen des Generalbundesanwalts zu den Phishing-Attacken auf Abgeordnete. Immerhin soll mit solchen Operationen (auch) die öffentliche Debatte manipuliert werden, das ist nicht nur in Wahlzeiten eine besonders verwundbare Stelle offener Gesellschaften.

          Spionage wird es immer geben

          Jeder Versuch, den Russen (oder irgendeinem anderen Land) das Spionieren auszureden, ist allerdings aussichtslos. Das Geschäft der Schlapphüte ist alt und krisenfest, selbst wenn sie heute Kapuzenpullis tragen.

          Die entscheidende Frage ist, ob der Westen die Kosten für dieses Treiben erhöhen kann. Offenbar waren die Sanktionen der EU auf diesem Feld bisher nicht stark genug, um den Kreml zu beeindrucken. Die nächste Bundesregierung muss sich hier dringend etwas Neues einfallen lassen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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