https://www.faz.net/-gpf-8vsig

Philosoph Finkielkraut : Fillon ist ein Opfer der französischen Justiz

  • Aktualisiert am

Alain Finkielkraut ist als Philosoph und Autor über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Bild: AFP

„Rachsüchtige Justiz“: In der F.A.S. kritisiert der französische Philosoph Alain Finkielkraut den Umgang mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon scharf.

          Der französische Philosoph Alain Finkielkraut beklagt, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Francois Fillon Opfer einer parteiischen Justiz werde. „Wir haben den Boden der Rechtsstaatlichkeit verlassen mit einer rachsüchtigen Justiz, die Unregelmäßigkeiten in Kauf nimmt, um Francois Fillon an einer Kandidatur zu hindern“, sagte Finkielkraut im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Durch ein „konjunkturelles Bündnis von Justiz und Presse“ sei die französische Demokratie heute gefährdet.

          Finkielkraut sieht Fillon als einen Politiker, der linken und rechten Eliten missfalle. Trotzdem habe ihn das Volk in den Vorwahlen zum Präsidentschaftskandidaten bestimmt. „Ich habe das schmerzliche Gefühl, dass die Elite jetzt versucht, sich dafür zu rächen.“ Fillon lenke die Aufmerksamkeit der Franzosen auf das „Erstarken des radikalen Islam“. Er spreche „zu Recht vom Risiko eines Bürgerkrieges in Frankreich“. Finkielkraut sagte weiter: „Wenn Fillon doch verzichten müsste, dann würde das Marine Le Pen begünstigen, denn an sie würden sich die Franzosen in ihrer Beunruhigung und kulturellen Verunsicherung richten. Diese Möglichkeit hat für mich etwas Erschreckendes.“

          Alain Finkielkraut, geboren 1949, ist als Philosoph und Autor über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Sein Buch „Die unglückliche Identität“ wurde zum Bestseller; darin setzt sich Finkielkraut mit der Zerrissenheit seines Landes unter dem Einfluss der Einwanderung auseinander.

          Weitere Themen

          „Ich will Iran nicht schaden“

          Trump in Tokio : „Ich will Iran nicht schaden“

          Bei einer Pressekonferenz mit Japans Ministerpräsident Abe schlägt Trump gegenüber Teheran fast schon versöhnliche Töne an: Sein Ziel sei kein Führungswechsel, sondern „dass es keine Atomwaffen gibt“.

          „Das Parlament wird pulverisiert“ Video-Seite öffnen

          Europawahl : „Das Parlament wird pulverisiert“

          Die Rechtspopulisten können nach der Wahl die EU nicht von innen zerstören. Doch die Europapolitik wird jetzt deutlich komplizierter, analysieren die F.A.Z.-Ressortleiter Jasper von Altenbockum und Klaus-Dieter Frankenberger im Video.

          Ratgeber von der Ersatzbank

          Sigmar Gabriel : Ratgeber von der Ersatzbank

          Sigmar Gabriel plane angeblich schon das Ende seiner politischen Karriere, heißt es. Es gehört zum ambivalenten Verhältnis der SPD zu ihrem größten Talent, dass viele Genossen sich nicht sicher sind, ob das eine schlechte oder eine gute Nachricht ist. Eine Analyse.

          Grüne Großstädte – blauer Osten Video-Seite öffnen

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?

          Topmeldungen

          Sigmar Gabriel : Ratgeber von der Ersatzbank

          Sigmar Gabriel plane angeblich schon das Ende seiner politischen Karriere, heißt es. Es gehört zum ambivalenten Verhältnis der SPD zu ihrem größten Talent, dass viele Genossen sich nicht sicher sind, ob das eine schlechte oder eine gute Nachricht ist. Eine Analyse.

          Europawahl : „Das Parlament wird pulverisiert“

          Die Rechtspopulisten können nach der Wahl die EU nicht von innen zerstören. Doch die Europapolitik wird jetzt deutlich komplizierter, analysieren die F.A.Z.-Ressortleiter Jasper von Altenbockum und Klaus-Dieter Frankenberger im Video.

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.