https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/philippinen-rodrigo-duterte-vergleicht-sich-mit-hitler-14460392.html

Philippinen : Präsident Duterte vergleicht sich mit Hitler

  • Aktualisiert am

Unerbittlich: der philippinische Präsident Rodrigo Duterte Bild: AFP

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte verteidigt seinen gnadenlosen Anti-Drogen-Kampf: Wie Hitler die Juden „massakriert“ habe, so wolle er Drogenabhängige „abschlachten“.

          1 Min.

          Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat seinen Anti-Drogen-Krieg mit dem millionenfachen Mord an Juden während des Holocaust verglichen. „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert. Nun, es gibt (hier) drei Millionen Drogenabhängige. Ich würde sie gerne abschlachten“, sagte Duterte am Freitag in der Hauptstadt Manila.

          Deutschland habe Hitler gehabt, fügte Duterte hinzu und deutete dann auf sich selbst, als er über die Philippinen sprach. Duterte sagte, Kritiker bezeichneten ihn wegen seiner scharfen Anti-Drogen-Politik als „Hitlers Cousin“, ohne dabei aber das Ausmaß des Drogenproblems auf den Philippinen zu kennen.

          Seit seinem Amtsantritt verfolgt Duterte eine brutale Politik gegen Drogenhändler und Abhängige. Von Anfang Juli bis Ende September wurden 1247 Menschen bei Polizeiaktionen getötet, in weiteren 1721 ungeklärten Tötungsdelikten wird ermittelt. Duterte bezeichnete Drogenkonsum als Pandemie und verteidigte die Praktiken der Polizei. Seinen Kritikern warf er vor, das Leben von Kriminellen über das Gute in der Gesellschaft zu stellen.

          Philippinische Studenten demonstrieren gegen die Tötung von Drogenkriminellen.
          Philippinische Studenten demonstrieren gegen die Tötung von Drogenkriminellen. : Bild: AP

          Während der NS-Herrschaft waren nicht, wie von Duterte behauptet, drei Millionen, sondern etwa sechs Millionen Juden getötet worden.

          Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten kritisierten Dutertes Anti-Drogen-Politik mehrmals. Der andauernden Kritik begegnete dieser stets mit persönlichen Beleidigungen. Der amerikanische Präsident Barack Obama, den Duterte einen “Hurensohn“ nannte, sah sich hernach veranlasst, ein geplantes Treffen abzusagen. Duterte drohte in einer Rede auch damit, die Vereinten Nationen zu verlassen.

          Philippinen : Dutertes blutiger Krieg gegen Drogendealer

          Weitere Themen

          Zwei Stunden Staatsstreich

          Perus Präsident verhaftet : Zwei Stunden Staatsstreich

          Perus bisheriger Präsident Pedro Castillo ist nach versuchtem Selbstputsch abgesetzt und verhaftet worden. Castillo genoss weder in der Armee noch in der Bevölkerung Rückhalt.

          Aus der einen Hölle in die andere

          Abtreibungen durch das Militär : Aus der einen Hölle in die andere

          Seit 2013 hat das nigerianische Militär ein „geheimes, systematisches und illegales Abtreibungsprogramm“ im Nordosten des Landes durchgeführt, berichtet Reuters. 10.000 Schwangerschaften sollen gegen den Willen der Frauen abgebrochen worden sein.

          Topmeldungen

          Der Hochsicherheitssaal des Landgerichts München I: Der Freistaat Bayern hat den Saal vor sechs Jahren auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Stadelheim bauen lassen – für die besonderen Fälle.

          Wirecard-Prozess : Showdown in Stadelheim

          Der Untergang des Zahlungsdienstleisters ist einer der größten Wirtschaftsskandale der Bundesrepublik. Nun wird vor Gericht verhandelt, wer dafür verantwortlich ist. Ein Überblick über die wichtigsten Prozessbeteiligten.
          Zugriff: Polizisten führen am Montag Prinz Reuß ab

          Plante Umsturz : Wer ist Heinrich XIII. Prinz Reuß?

          Eine Gruppe aus der „Reichsbürger“-Szene plante offenbar den Umsturz der demokratischen Ordnung Deutschlands. Rädelsführer soll ein Prinz aus Frankfurt sein – mit Hang zur Esoterik und Geldproblemen.
          Jetzt auch ohne negativen Test: Eine U-Bahn in Zhengzhou am 5. Dezember

          Null-Covid-Politik beendet : Xi Jinpings rasante Corona-Kehrtwende

          Nach den Protesten gegen die Null-Covid-Strategie entscheidet Xi Jinping sich zur Flucht nach vorn. Was die Führung in Peking gestern noch als Ausdruck des überlegenen chinesischen Systems pries, wird nun korrigiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.