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Terrorgruppe Abu Sayyaf : Philippinische Regierung prüft Berichte über Tod von deutscher Geisel

  • Aktualisiert am

Philippinische Soldaten bergen die verlassene deutsche Yacht „Rockall“. Bild: dpa

Laut Berichten philippinischer Medien hat die Terrorgruppe Abu Sayyaf den deutschen Segler Jürgen K. nach Ablauf eines Ultimatums ermordet. Eine Bestätigung gab es zu nächst nicht.

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          Auf den Philippinen ist am Sonntag das Ultimatum zur Ermordung einer deutschen Geisel durch die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf abgelaufen. Aus Regierungskreisen hieß es, das Militär prüfe Berichte, wonach der 70 Jahre alte Segler Jürgen K. enthauptet worden sei. Ein Berater des Präsidenten Rodrigo Duterte bestätigte, entsprechende Informationen erhalten zu haben. „Trotz der Bemühungen verschiedener Gruppen und der Sicherheitskräfte haben mich am Sonntagnachmittag Berichte über die Enthauptung einer deutschen Geisel in Sulu erreicht“, teilte der für den Friedensprozess zuständige Berater Jesus Dureza mit.

          Der philippinische Sender „Radyo Inquirer“ hatte zuvor schon die Ermordung des Deutschen gemeldet. Dureza hatte noch wenige Stunden zuvor an die Geiselnehmer appelliert, den Deutschen nicht zu töten. Trotz der Bedrohung hatte das philippinische Militär aber seinen Einsatz gegen die Islamisten in der Region Sulu im Süden der Philippinen fortgesetzt. Einem Pressebericht zufolge hatte das Militär die Extremisten sowohl auf dem Boden als auch mit Hubschraubern angegriffen. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat sich zum Ziel gesetzt, die in den Südphilippinen aktiven Islamistengruppen innerhalb von sechs Monaten auszuschalten. Ein Ziel des Einsatzes sollte auch die Befreiung der mehr als 20 Geiseln sein, die sich derzeit noch in der Hand der Abu Sayyaf befinden.

          Das Auswärtige Amt wollte sich wie bei Geiselnahmen üblich am Sonntag nicht zu dem Fall äußern. Das Ultimatum war am Sonntag um 15 Uhr Ortszeit (8 Uhr MEZ) abgelaufen. Die Entführer hatten mit der Ermordung des Deutschen gedroht, sofern sie bis dahin nicht ein Lösegeld von 30 Millionen Pesos (rund 570.000 Euro) erhalte. Die Forderung hatte das Entführungsopfer selbst vor etwa zwei Wochen in einem Video vortragen müssen. Die philippinische Regierung hatte jedoch verkündet, dass sie an ihrer Politik festhalten wolle, kein Lösegeld an Terroristen zu zahlen. Sie stellte es andererseits der deutschen Seite frei zu zahlen, falls sie das wolle. Auch Deutschland zahlt offiziell kein Lösegeld. Der deutsche Segler und seine Ehefrau waren aber schon einmal aus der Hand somalischer Piraten freigekauft worden. Rund acht Jahre später war er im November wieder von der Yacht verschleppt worden. Dabei töteten die Entführer seine Frau.

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