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Südchinesisches Meer : Angriff mit der Wasserkanone

Vorposten auf einem verrosteten Kriegsschiff: Philippinische Armeeangehörige in der Untiefe Second Thomas Shoal Bild: Reuters

Chinas Küstenwache schneidet im Südchinesischen Meer einen Außenposten des philippinischen Militärs von der Versorgung ab. Die Regierung in Manila äußert ihren Protest „aufs Energischste“.

          3 Min.

          Der Gebietsstreit im Südchinesischen Meer steht derzeit im Schatten anderer Konflikte, ist dadurch aber nicht weniger gefährlich geworden. Das zeigt sich auch daran, wie scharf die Regierung in Manila am Donnerstag gegen eine Blockade philippinischer Versorgungsschiffe durch Chinas Küstenwache in dem umstrittenen Seegebiet protestiert hat. Der philippinische Außenminister Teodoro Locsin bezeichnete die Aktion als „illegal“. Er rief China dazu auf, seine Schiffe sofort „zurückzuziehen“. Bei dem Vorfall am Dienstag hatten dem Außenminister zufolge drei chinesische Schiffe den Philippinern den Zugang zum Second Thomas Shoal verwehrt. Das ist eine Untiefe im Südchinesischen Meer, die von Manila kontrolliert wird. Ein auf Grund gelaufenes, verrostetes Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg dient dort philippinischen Soldaten seit Jahren als militärischer Außenposten.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Dem philippinischen Außenminister zufolge hatte die chinesische Küstenwache auch mit Wasserkanonen geschossen. „Zum Glück wurde niemand verletzt. Aber unsere Schiffe mussten ihre Versorgungsmission abbrechen”, sagte Locsin. Der Außenminister teilte mit, er habe dem chinesischen Botschafter Huang Xilian und dem Außenministerium in Peking aufs Energischste seine „Empörung, Verurteilung und Einsprüche“ übermittelt. Das Gebiet unterliege klar der Souveränität der Philippinen. „Wir fragen nicht um Erlaubnis, wenn wir in unserem Territorium etwas, was getan werden muss, erledigen“, sagte Locsin. In seiner Stellungnahme verwies der Außenminister auch darauf, dass der Schutz der Schiffe unter dem gemeinsamen Verteidigungspakt der Philippinen mit den USA garantiert sei.

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