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Philippinen : Aquino als Präsident vereidigt

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Benigno Aquino wird als neuer Präsident der Philippinen vereidigt Bild: AFP

Benigno Aquino ist am Mittwoch auf den Philippinen zum neuen Präsidenten vereidigt worden. Der Sohn eines ermordeten Nationalhelden und einer ehemaligen Präsidentin versprach bei seinem Amtsantritt, die Korruption und die muslimischen und kommunistischen Rebellen im Land zu bekämpfen.

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          Unter dem Jubel hunderttausender Anhänger ist Benigno Aquino III. am Mittwoch zum neuen Präsident der Philippinen vereidigt worden. Bei der Feierstunde im Rizal Park in der Hauptstadt Manila jubelten ihm die Menschen zu und riefen seinen Spitznamen „Noynoy“. Als erste Handlung nach seiner Amtseinführung will Aquino eine Untersuchungskommission bilden, die sich mit den Korruptionsvorwürfen gegen seine Vorgängerin Gloria Macapagal Arroyo befasst. Außerdem will er die Armut in dem südostasiatischen Inselstaat bekämpfen.

          „Heute haben unsere Träume begonnen, Realität zu werden“, sagte Aquino. „Es ist das Ende der Führung, die seit langem nicht auf das Leid der Menschen eingegangen ist.“ Er habe in der Vergangenheit wie alle anderen Bürger im Stau gestanden und zusehen müssen, wie einflussreiche Philippiner mit Sirenen an ihm vorbeigezogen seien. Dies werde es nicht mehr geben.

          Sohn zweier Legenden der Demokratiebewegung

          Seine neue Justizministerin Leila de Lima werde Gerechtigkeit für alle herstellen. Die Vereidigung glich einem Konzert: Prominente Sänger traten auf, ein Orchester spielte Volkslieder. Aus Hubschraubern regnete gelbes Konfetti auf die Zuschauer nieder. Gelb war am Wahlkampf die Farbe von Aquinos Lager.

          Hunderttausend Anhänger wohnten der Vereidigung im Rizal Park in Manila bei

          Benigno Aquino III. entstammt einer der reichsten politischen Familien des Landes und ist der Sohn gleich zweier Legenden der Demokratiebewegung. Sein Vater, ein oppositioneller Senator, kehrte 1983 aus dem amerikanischen Exil zurück, um gegen Diktator Ferdinand Marcos zu kämpfen, und wurde noch auf dem Flughafen von Manila erschossen. Der Mord löste massive Protestdemonstrationen unter Führung der Witwe Corazon Aquino aus, die letztlich zu einem von den Streitkräften unterstützten Volksaufstand und dem Ende des Marcos-Regimes führten. „Cory“ Aquino war als Präsidentin ungeheuer beliebt, wurde aber den hohen Erwartungen nicht gerecht.

          Der klare Sieg ihres Sohnes bei der Wahl vor acht Wochen verdeutlichte, wie sehr sich die Philippiner eine politische Erneuerung wüschen. Arroyo musste in ihrer neun Jahre währenden Amtszeit Putschversuche und Amtsenthebungsverfahren abwehren. Sie hat Korruptionsvorwürfe stets zurückgewiesen.

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