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Nach Ibiza-Affäre : Philippa Strache nimmt jetzt doch ihr Mandat an

  • Aktualisiert am

Das Ehepaar Strache Mitte September in Wien Bild: EPA

Sie werde „trotz aller Anfeindungen aus der eigenen Parteienfamilie“ dankbar den Auftrag zur politischen Mitwirkung akzeptieren, ließ Philippa Strache über ihr Anwaltsbüro mitteilen. Gegen sie und ihren Mann wird ermittelt.

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          Philippa Strache, Frau des ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache, wird ihr Mandat im österreichischen Nationalrat annehmen. Sie werde „trotz aller Anfeindungen und artikuliertem Misstrauen aus der eigenen Parteienfamilie“ dankbar den Auftrag zur politischen Mitwirkung akzeptieren, ließ sie über ihr Anwaltsbüro am Dienstag mitteilen. Zuerst hatte der Nachrichtensender „oe24.tv“ über die Entscheidung berichtet.

          Philippa Strache wird nach eigenen Worten bei der konstituierenden Sitzung des Parlaments am Mittwoch als fraktionslose Abgeordnete ihren Platz einnehmen. Sie lasse sich jedenfalls nicht von der „Diffamierungskampagne“ einschüchtern. Gegen sie und ihren Mann wird von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Ihr Mann soll private Rechnungen auf Kosten der Partei abgerechnet haben. Beide bestreiten die Vorwürfe.

          Strache ist unter anderem wegen der Ibiza-Affäre in Ungnade gefallen. Er hatte bei einem heimlich auf Video aufgenommenen Treffen mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte auf Ibiza Staatsaufträge im Gegenzug für Parteispenden in Aussicht gestellt. Aber auch wegen der sogenannten Spesen-Affäre war die rechte FPÖ bei der Wahl am 29. September auf 16,2 Prozent abgestürzt. Die FPÖ wollte den Weg ins Parlament für die auf der Wiener Landesliste geführte FPÖ-Kandidatin eigentlich nicht frei machen, wurde aber dann von der Landeswahlbehörde dazu gezwungen.

          Die Gräben zwischen der FPÖ unter ihrem neuen Chef Norbert Hofer und dem Ehepaar Strache sind inzwischen tief. So hat die Partei zuletzt den Facebook-Account ihres ehemaligen Chefs mit dessen 780.000 Followern löschen lassen.

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