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Umfrage zu Russland : Mächtig, aber unbeliebt

  • -Aktualisiert am

Putin genießt wenig Vertrauen in der Weltöffentlichkeit; sein Amtskollege Trump schneidet allerdings noch schlechter ab. Bild: AP

Wer Macht hat, ist nicht automatisch beliebt. Auf Russland trifft das zu, wie eine neue Umfrage des Pew-Instituts zeigt. Auf den zweiten Blick offenbaren sich interessante Unterschiede unter den Befragten.

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          Kurz nach der Annektion der Krim im Jahr 2014 bezeichnete Barack Obama, damals noch Präsident der Vereinigten Staaten, Russland als „Regionalmacht“. Das schmerzte den nach alter Größe strebenden Kreml sehr. Schließlich betont der russische Präsident Wladimir Putin schon seit Jahren, man wolle mit den Vereinigten Staaten auf Augenhöhe sein und eine multipolare Weltordnung schaffen. Vier Jahre später scheint es so, als habe Russland Obama widerlegt – zumindest in der Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie des Umfrageinstituts Pew in Washington, bei der zwischen Mai und August 2018 insgesamt 26.612 Menschen aus 25 Ländern weltweit befragt wurden.

          Demnach stimmt eine relative Mehrheit von 42 Prozent der Befragten der Aussage zu, Russland habe seinen Einfluss in der Welt gegenüber dem vorangegangenen Jahrzehnt vergrößert. 28 Prozent sind der Meinung, es habe keine Veränderung gegeben, während nur 19 Prozent einen schwindenden Einfluss Moskaus sehen. Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Weltregionen: In Europa, Nordamerika und im Mittleren Osten, wo die Länder direkt mit den Folgen russischer Außenpolitik konfrontiert sind, ist das Gefühl eines russischen Machtzuwachses stärker ausgeprägt als im asiatisch-pazifischen Raum, in Lateinamerika oder der Subsahara, wo insbesondere China aktiv ist. Besonders stark ausgeprägt sind die Zustimmungsraten in Israel und Griechenland: Dort geben jeweils 65 Prozent der Befragten an, Russland habe an Macht gewonnen.

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