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Petraeus-Affäre : Präsident Obama äußert sich zu seinen Generälen

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Barack Obama (l), David Petraeus (z.v.r.) und John Allen (r.) während der Verkündung der neuen Ämter Im April 2011 im Weißen Haus. Bild: AFP

Rücktritt von CIA-Chef Petraeus, Ermittlungen gegen Topgeneral Allen - Barack Obama hat sich die erste Woche nach seiner Wiederwahl anders vorgestellt. Jetzt tritt der Präsident demonstrativ vor die Presse.

          Barack Obama geht in die Offensive: Nach dem Rücktritt von CIA-Chef David Petraeus wegen einer Liebesaffäre lädt der gerade wiedergewählte amerikanische Präsident an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit zu einer Pressekonferenz ins Weiße Haus. Er wird sich dabei zur Affäre Petraeus äußern müssen, aber auch zu den Ermittlungen gegen General John Allen, dem Kommandeur der internationalen Afghanistantruppe. Unklar war zunächst, ob Obama bereits einen Nachfolger für Petraeus präsentieren wird.

          Zugleich wurde am Dienstag bekannt, dass Petraeus demnächst vor einem Senatsausschuss über den tödlichen Angriff auf das amerikanische Konsulat im libyschen Benghasi aussagen soll. Der Geheimdienst CIA war wegen der Attacke Anfang September in die Kritik geraten, weil er danach nicht rasch deutlich gemacht habe, dass es sich um einen Terroranschlag gehalten haben soll. Bei dem Angriff waren vier Diplomaten getötet worden, darunter der amerikanische Botschafter in Libyen.

          Außereheliche Affären als kriminelle Taten

          Petraeus war am vergangenen Freitag wegen einer außerehelichen Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell zurückgetreten. Außereheliche Affären können vom amerikanischen Militär als kriminelle Taten eingestuft werden. Gegen Allen ermittelt das Pentagon, weil er „unangebrachte“ E-Mails an Jill Kelley, eine Freundin der Petraeus-Familie, geschickt haben soll. Allen ist als künftiger Nato-Oberkommandierender in Europa vorgesehen.

          Dabei seien 20.000 bis 30.000 Seiten Dokumente sichergestellt worden, berichteten amerikanische Medien. Die Inhalte der Mails wurden zunächst nicht bekannt. Der Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf hohe Beamte, Allen habe keine Affäre mit Kelly gehabt.

          Kelley wandte sich an das FBI

          Petraeus’ Liebesbeziehung war aufgeflogen, nachdem Kelley sich hilfesuchend an das FBI gewandt hatte. Sie soll Droh-E-Mails von Petraeus’ ehemaliger Geliebter Broadwell erhalten haben. Broadwell habe in Kelley eine Nebenbuhlerin gesehen, hieß es. Amerikanische Medien bezeichneten die in Tampa (Florida) beheimatete Kelley als „Mitglied der feinen Gesellschaft“ mit engen Kontakten zu Militärs.

          Unterdessen wurden weitere Details bekannt: So berichtete der Sender ABC, sowohl Petraeus als auch Allen hätten sich in einem Sorgerechtsverfahren für Kelleys Zwillingsschwester Natalie eingesetzt. Jill Kelley habe sich in einem Telefongespräch mit der Polizei auch als Honorarkonsulin ausgegeben und praktisch Personenschutz verlangt, hieß es in weiteren Berichten.

          Völlig unklar ist allerdings weiterhin, ob Petraeus oder Allen Geheimnisse weitergegeben haben. Der Politologe Stephen Biddle von der George Washington University bezweifelt, dass es tatsächlich einen „nennenswerten Geheimnisbruch“ gab. „Aber die Affäre brachte eine Möglichkeit mit sich, die in Zukunft hätte ausgenutzt werden können“, zitierte CNN Biddle.

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