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Boykottaufruf in Amerika : Wie der Vatikan den Peterspfennig zweckentfremdet

Kardinal Angelo Becciu musste wegen der undurchsichtigen Immobiliengeschäfte seinen Posten verlassen. Bild: Reuters

Jahr für Jahr bittet der Papst die Katholiken um Spenden für wohltätige Zwecke. Doch das Geld wird schon seit Jahren zweckentfremdet. Amerikanische Gläubige wollen darum den Peterspfennig boykottieren.

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          Jedes Jahr um das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni sind die gut 1,3 Milliarden Katholiken in aller Welt aufgerufen, den Peterspfennig zu spenden. Der soll dazu dienen, die „wohltätigen Initiativen des Bischofs von Rom für die Weltkirche“ zu unterstützen. So hatte es Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz im Februar 2006 für den „Circolo San Pietro“, einer 1869 von wohlhabenden Römern gegründeten Wohltätigkeitsorganisation, formuliert.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Das Geld sammeln die Ortskirchen und Diözesen, überweisen es an die Nuntiaturen, die es dann nach Rom zum Heiligen Stuhl senden. Dieses Jahr wurde der „Obolo di San Pietro“ am vergangenen Sonntag gesammelt. In letzter Zeit hat der Peterspfennig aber sehr gelitten: Das Spendenaufkommen ging zurück, der Fonds beim Heiligen Stuhl schrumpfte, sein Ruf wurde beschädigt. Wie der Vatikan konzediert, wird das Geld eben nicht nur – und nicht einmal in erster Linie – für die „wohltätigen Initiativen“ des Papstes verwendet, sondern vor allem zum Stopfen des immer größeren Haushaltslochs der Kurie.

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